20. März 2020 Sylvi 1Comment

Ihr Lieben,

als die ersten Nachrichten zu COVID-19-Fällen in China über den Nachrichtenticker liefen, war das alles noch weit weg. Jetzt sind auch wir mittendrin in diesem Alptraum und die große Frage: Wann wachen wir endlich wieder auf?

Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint und wir sitzen zu viert in der Wohnung, wo andernorts sich Menschen um das Klopapier streiten, Kassierer anpöbeln oder gar verprügeln. Manche nehmen die Situation dennoch weiterhin als Witz wahr.

Corona und die massiven, aber dennoch notwendigen, Einschränkungen für uns alle

Jeden Tag prasseln neue Nachrichten auf uns ein. Für mich zunächst besonders spürbar: die Absage der Leipziger Buchmesse. Nach vielen Messen folgten Geisterspiele, anschließend wurden auch kleinere Veranstaltungen nach und nach abgesagt. Alle Bundesländer schlossen Schulen und Kindergärten und Firmen schickten ihre Mitarbeiter ins HomeOffice. Die Produktion wurde in vielen Betrieben eingestellt und die Menschen sitzen in der Sorge zu Hause, wie sie wohl die nächsten Monate finanziell überstehen sollen.

Über allem prangt zudem die Sorge nicht zu erkranken.

Doch immer noch nehmen viele Menschen die unsichtbare Gefahr nicht wahr.

„Wir sind im Krieg“ gegen unsichtbare Viren

Wie sagte der französische Ministerpräsident Emmanuel Macron doch so treffend? „Wir sind in einem Krieg!“ Drastische Worte, um dem französischen Volk klar zu machen, dass die Lage mehr als ernst ist. Auch Bundeskanzlerin Merkel hat in ihrer Rede an die Nation sehr deutlich gemacht, dass jeder der kann jetzt möglichst zu Hause bleiben soll und soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren sind.

Schauen diese Menschen, die das immer noch nicht ernst nehmen, keine Nachrichten? Sind sie einfach ignorant und der Meinung, dass es sie oder ihre Lieben nicht treffen kann? Was bewegt die Menschen dazu sich dennoch in großen Gruppen in den Park zum Grillen zu treffen?

Mein Eindruck momentan: Entweder sind die Menschen ignorant oder völlig panisch.

Gerade die Älteren sind immer noch auf den Straßen anstatt sich vom jungen Nachbarn die Lebensmittel mitbringen zu lassen. Was muss noch passieren, dass endlich jeder versteht, dass wir alle einen Beitrag leisten können, um möglichst schnell ein Stück Normalität zurückbekommen zu können?

Unsere Freiheit wird aus guten Gründen gerade beschnitten!

Meine Generation ist bisher mehr oder minder in einer heilen Welt aufgewachsen. Keine Kriege und selbst die letzten Jahre der DDR habe ich nur als Kind erlebt. Lebensmittelrationierungen kenne ich nicht. Ich musste nie hungern und konnte immer mein Leben so leben, wie ich es wollte. Nun sitze ich hier in meiner Küche und frage mich: Wann ist dieser Alptraum nur vorbei?

Neben den alltäglichen Sorgen, wie bspw. der Spagat zwischen Kinderbeschäftigung, Homeschooling und HomeOffice  plagt mich auch die Sorge, wie ich diese Situation mit meinen Kindern gut aufarbeiten kann oder, wie viele COVID-19-Fälle unser Gesundheitssystem verkraftet ohne zu kollabieren. Tagsüber bin ich stark und abends, wenn die Kinder endlich schlafen, packt mich die Sorge.

Zudem der tägliche Blick auf die Zahl der Infizierten und der Wunsch, dass die Kurve endlich abflacht und nicht ständig so drastisch steigt. Corona wird unsere Gesellschaft verändern. Die letzten Jahrzehnte ging es den Deutschen mehr als gut. Doch um so länger wir in dieser Misere hängen, umso mehr werden kleine und mittelständische Unternehmen insolvent gehen. Trotz zugesagter staatlicher Hilfen wird es Entlassungen geben und die Zahl der Arbeitslosen wird steigen.

Coronakrise als Chance für unsere Gesellschaft?

In den letzten Wochen habe ich immer wieder Stimmen gehört, die in der  Coronakrise eine Chance sehen. Eine Chance für mehr Miteinander, soziale Gerechtigkeit und die Verantwortung jedes Einzelnen für die Gesellschaft.

Ganz ehrlich, aktuell kann ich dies nur bei denen feststellen, die sich auch zuvor immer für die Schwachen oder Benachteiligten eingesetzt haben.

Auch ich wünsche mir, dass sich nicht mehr nur jeder selbst der Nächste ist, aber aktuell habe ich das Gefühl unsere Nation ist in dieser Frage immer noch gespalten.

Es gibt die Einen, die unermüdlich an den gesunden Menschenverstand appellieren und die Anderen, die bei all diesen Appellen immer noch die Ohren verschließen.

So wird das nichts, Leute… Die Ausgangssperre wird kommen, da bin ich mir mittlerweile sicher. Was muss noch passieren, damit auch der Letzte begreift, dass zu Hause bleiben gerade die beste Option ist.

Wir bleiben zu Hause im Kampf gegen Corona

Die Bundesregierung versucht dabei auf allen Wegen wirklich jeden zu überzeugen. Große SocialMedia-Kampagnen, wie #wirbleibenzuhause mit Prominenten, wie Clueso, Roland Kaiser oder Mathias Schweighöfer sollen deutlich machen, dass wir nur gemeinsam „diesen Krieg“ gegen Corona gewinnen können. Anstatt Corona-Parties zu feiern, einfach mal ein paar Wochen Serien schauen, Spiele spielen und es sich zu Hause gemütlich machen. Ist doch eigentlich ziemlich easy, oder?

Ja, auch ich empfinde es als extreme Einschränkung, dass ich nicht mehr einfach so ins Kino, Schwimmbad oder ins Café gehen kann, aber ich möchte all dies möglichst schnell wieder tun können, also lauscht den Worten von Merkel, Wieler, Drosten und Co. und schaltet euren Kopf ein.

Bleibt zu Hause und schützt damit euch und andere – damit wir alle möglichst schnell wieder aufwachen aus diesem Alptraum!

Bleibt gesund,

Eure

Sylvi

 

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One thought on “Der Corona-Alptraum

  1. 🐅 DANKE , liebe Sylvi,
    für diese eindringlichen; aufrüttelnden Worte.

    Ich denke, so Mancher wird tatsächlich ERST A U F W A C H E N,
    wenn im eigenen Umfeld ein Infektions- oder gar Sterbefall Eintritt.

    Wir ALLE müssen uns jetzt schnellstmöglich umstellen und disziplinieren.
    Mein „Begleiter“ sind jetzt Einweghandschuhe, um den Einkaufskorb bzw. -wagen nicht anzufassen und ich halte großen Abstand.

    Ein freundlichen Wort für die Mitarbeitenden im Handel – gehört bei mir zum NORMALEN Umgang – ist in der derzeitigen Situation viel Wert.
    Die Krankenhäuser, der Handel und soviel andere Bereiche leisten in diese Krise enormes .
    Ich wünsche Dir, Deiner Familie und. A L L E N :
    B E I B T G E S U N D 🐅Kl

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