Sylvi 1Comment

Ihr Lieben,

die Initiative Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht hat die Blogparade „Kinderfotos im Netz“ ins Leben gerufen und möchte von bloggenden Eltern wissen, warum sie so handeln, wie sie handeln. Es gibt genügend Elternblogger, die ihre Kinder im Netz zeigen und ich verurteile das auch nicht, aber wir haben uns ganz bewusst für einen anderen Weg entschieden…

Als ich vor etwas mehr als zwei Jahren mit dem Bloggen begann, stand die Frage, ob und inwiefern ich unsere Kinder zeige ganz schnell im Raum. Eine große Diskussion dazu gab es dennoch nicht, denn im Grunde waren wir uns beide absolut einig:

Kinderfotos ja, aber ohne, dass die Gesichter zu erkennen sind.

Ja, ich zeige Bilder meiner Kinder, aber es gibt hier, bis auf eine Ausnahme, keine Bilder von ihnen auf denen man ihre Gesichter erkennt. Es gibt ein Recht am eigenen Bild und das gilt selbstverständlich auch bereits für Kinder. Für uns stand der Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte im Mittelpunkt unserer Entscheidung.

Viele Elternblogger beginnen mit dem Bloggen, wenn die Kinder noch klein sind, nicht so bei uns. Unsere Große war damals bereits 9 Jahre alt und die Kleine fast 4. Bereits damals war unsere große Tochter schon ab und an alleine unterwegs und vielleicht spielte auch eine gewisse Angst in unsere Entscheidungsfindung hinein, aber wir wollten nicht, dass man sie auf der Straße einfach erkennt und sie ggf. von Fremden angesprochen wird. Mittlerweile ist sie 11 und hat schon ein ganz klare Meinung zu dem Thema. Sicherlich nicht ganz unbeinflusst von dem was wir ihr vorleben, worüber wir aufklären oder worüber wir einfach gemeinsam diskutieren. Grundsätzlich ist es für sie ok, dass ich Bilder von ihr veröffentliche, aber sie will und soll ganz klar mitentscheiden, welche Bilder ich von ihr ich ins Netz stelle.

Für unsere Kinder ist es bereits ganz klar, dass ein Teil unseres Familienalltags sich auch im Netz wiederfindet. Wenn ich fotografiere und sie bitte wegzuschauen, kommt oft die Frage: „Ist das für den Blog?“ Dann wollen sie das Bild meist sehen und äußern ganz klar, ob sie damit einverstanden sind oder nicht. Das es in letzter Zeit hier auch viel weniger Bilder meiner großen Tochter zu sehen gab, hat auch genau damit zu tun, dass sie eben selbst entscheiden kann, ob und wenn ja, welches Bild ich von ihr veröffentliche.

Ein Elternblog ohne Kinderbilder? Klar, geht das!

Unter den Leitfragen, die die Initiative Schau hin! zusammengestellt hat, war auch die Frage, ob man einen Elternblog führen kann ohne Kinderbilder zu veröffentlichen. Ja klar geht das und ich kenne sogar einige Beispiele. Wir haben uns für den Mittelweg entschieden. Kinderbilder ja, aber keine Frontalaufnahmen von ihren Gesichtern. Oft fotografiere ich auch so, dass man nur ihre Hände sieht oder schneide Bilder vor der Veröffentlichung zu recht, damit der Kopf nicht zu sehen ist.

In den letzten zwei Jahren wurde ich schon das ein oder andere Mal von Lesern auf das Thema angesprochen. Immer positiv und voller Verständnis für unsere Entscheidung. Ich bin also fest davon überzeugt, dass man einen Elternblog auch gänzlich ohne Kinderbilder führen könnte, denn im Grunde geht es ja schließlich um die Texte.

Ich möchte meine Kinder nicht bloß stellen und deshalb überlege ich mir vor jeder Veröffentlichung eines Bildes auch, ob es ihnen später vielleicht mal peinlich sein könnte.

Erst kürzlich auf der Blogfamilia hatten ich mit einigen Bloggern ein Gespräch zu dem Thema und ich glaube, dass sich alle von Ihnen, egal ob sie ihre Kinder nun zeigen oder nicht, dennoch darüber Gedanken machen, was zeige und erzähle ich von meinen Kindern und welche Informationen sind eher nicht fürs Netz bestimmt.

Ich dachte deine Tochter heißt Lou!

Auch die Namen unserer Kinder haben wir ganz bewusst verändert. Bei MiniMotte ist jedem klar, dass dies wohl nicht ihrer richtiger Name ist, bei Lou sieht die Sache schon anders aus. Tatsächlich heißt unsere Große allerdings ganz anders. Auch hier wollen wir einfach ihre Persönlichkeit schützen und haben uns deshalb dafür entschieden, dass die richtigen Namen unserer Töchter im Netz nichts zu suchen haben. Letztes Wochenende bei der Blogfamilia hatte ich meine Töchter dabei und als ich meine Große mit ihrem richtigen Namen ansprach, kam gleich „Ich dachte deine Tochter heißt Lou!“ von einer Bloggerin, die neben mir stand. Ich erklärte ihr, dass wir uns gegen die Veröffentlichung ihrer richtigen Namen entschieden hatten und sofort kamen wir ganz allgemein ins Gespräch über die Persönlichkeitsrechte von Kindern und warum jeder von uns sich für den einen oder anderen Weg entschieden hat.

Vorbildfunktion der Eltern

Mittlerweile hat unsere Große selbst ein Handy und nutzt bereits einige soziale Medien. Eigentlich ist einer meiner Grundsätze: „Alles, was ich verbiete, wird umso interessanter für die Kinder!“ Aber gerade was den Umgang mit den sozialen Medien angeht, muss es meiner Meinung nach klare Regeln geben, aber auch einen regelmäßigen Austausch mit dem Kind. Eltern haben da ganz klar eine Vorbildfunktion und sollten sich dieser auch bewusst sein. Über Möglichkeiten und Gefahren des Internets, über Persönlichkeitsrechte und Datenschutz muss man mit den Kindern reden und zwar, wie meine Erfahrung zeigt, nicht nur einmal, sondern immer wieder. Leider muss ich im Bekanntenkreis immer wieder mit Erschrecken feststellen, wie wenige Eltern dies genauso sehen und die Kinder einfach machen lassen.

Mein Appell an alle Eltern lautet deshalb:

Medienerziehung ist unglaublich wichtig und wir Eltern sollten dies nicht unterschätzen. Wir müssen Vorbilder sein, aber auch Partner, um unsere Kinder fit zu machen für eine kompetente Mediennutzung.

Über unsere Erfahrungen habe ich übrigens bereits in dem Beitrag: Datenschutz und Persönlichkeitsrechte; Darüber solltest du mit deinem Kind sprechen geschrieben. Hier findet ihr auch einige Tipps.

Eure Sylvi
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One thought on “Warum man unsere Kinder hier nie von vorn sieht – #medienmomente

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