Sylvi 3Comment

Ihr Lieben,

Medienerziehung ist unglaublich wichtig und im Alter von Facebook, Instagram, Musically und Co. geht es schon lange nicht mehr nur um die Frage, wie lange ein Kind am Tag fernsehen darf. Früher oder später hat das Kind ein eigenes Smartphone oder gar einen eigenen Laptop und wir Eltern sollten unseren Kindern von Beginn an zur Seite stehen, wenn es um das richtige Verhalten in der virtuellen Welt und den Umgang mit sozialen Medien geht.

Unsere Tochter bekam in der dritten Klasse ihr erstes Smartphone. Zunächst nutzte sie es tatsächlich nur zum Anrufen und SMS schreiben, doch bald kam die Frage, ob sie WhatsApp installieren könne, weil einige ihrer Mitschüler dies auch hätten. Ich war mir lange nicht schlüssig, aber letztendlich haben wir zugestimmt.

Klare Regeln vereinbaren

Mir war es wichtig, dass wir nicht nur die tatsächliche Nutzungsdauer des Smartphones besprachen, sondern auch für einige andere Punkte klare Regeln festlegten und nahmen grundlegende Einstellungen vor:

  • Apps nur nach Zustimmung durch ein Elternteil herunterladen (beim Iphone gibt es hierfür zum Beispiel extra die Möglichkeit die Funktion „Familienfreigabe“ zu nutzen).
  • Datenschutz bei WhatsApp anpassen: In der App gibt es die Möglichkeit für Status, Profilbild und Co. die Einstellungen bezogen auf die Sichtbarkeit dieser Informationen anzupassen.

  • Datenschutz bei allen Apps immer überprüfen und den eigenen Bedürfnissen entsprechend anpassen.
  • Auf Profilbildern und Bildern im Status ist unser Kind nicht selbst zu sehen. Der Hintergrund bei dieser Regel ist, dass Screenshots ja dennoch möglich sind.
  • Die eigene Nummer wird nur nach Rücksprache mit uns Eltern weitergegeben.
  • Wir Eltern haben jederzeit Zugriff auf das Telefon, um dies zu überprüfen.

Außerdem baten wir unsere Tochter, dass sie sich sofort an uns wenden sollte, wenn ihr etwas unklar war oder komisch vorkam.

Dennoch kamen nach kurzer Zeit erste Problemchen auf uns zu:

  • Sie erhielt Nachrichten von Menschen, die sie nicht kannte.
  • Sie wurde zu Whatsapp-Gruppen hinzugefügt und erhielt daraufhin Unmengen an WhatsApp-Nachrichten
  • In der Schule machte ein älterer Schüler einfach ein Foto von ihr.

Im Gespräch bleiben: Erklären und Aufklären

Was den ersten Punkt angeht, so bin ich sehr froh, dass unsere Tochter immer gleich zu uns kam, wenn sie eine Nachricht von jemanden erhielt, den sie nicht kannte. Wir haben diese Nummern dann blockiert und gehen davon aus, dass es sich um Kontakte desjenigen handelte, der die Nummer zuvor genutzt hatte.

WhatsApp-Gruppen: Datenschutz beachten

Alle Eltern von Kindern im Alter ab 10 Jahren wissen sicherlich, dass WhatsApp-Gruppen bei den Kids hoch im Kurs stehen. Spätestens ab der weiterführenden Schule fängt irgendein Mitschüler damit an ein Klassengruppe zu gründen und alle Kontakte hinzuzufügen, die er gerade findet.

ABER: Um jemanden einer solchen Gruppen hinzuzufügen, bedarf es dessen Einwilligung, denn es handelt sich um personenbezogene Daten. Im Falle von Kindern ist daher eigentlich die Zustimmung durch die Sorgeberechtigten nötig.

Wer nun meint, dass solche WhatsApp-Gruppen doch kein größeres Problem darstellen, schließlich wollen sich die Kinder nur austauschen, dem kann ich nur raten diese genauer im Blick zu behalten. Es gab Situationen, da hatte unsere Tochter binnen kurzer Zeit über 200 Nachrichten. Die „harmlose“ Gruppe von Klassenkameraden mutierte zu einer Mobbinggruppe gegenüber einer Klassenkameradin. Zudem gaben manche Kinder sehr persönliche Einblicke, was sicher nicht im Sinne der Eltern gewesen ist.

Recht am eigenen Bild

Ganz aufgeregt kam unsere Tochter eines Tages nach Hause und meinte, dass jemand sie und ihre Freundin in der Schulbibliothek einfach fotografiert hätte. Sie wären daraufhin ins Sekretariat gegangen und hätten dies gemeldet. Es gibt ein Recht am eigenen Bild und darüber sollte man seine Kinder in jedem Falle aufklären. Unerlaubtes Fotografieren stellt eine Persönlichkeitsverletzung dar und kann strafrechtlich verfolgt werden. Natürlich lässt es sich bei Urlaubsfotos oft nicht vermeiden, dass andere Personen auf dem Bild sind und dies ist auch völlig in Ordnung, solange man diese Fotos für den persönlichen Gebrauch nutzt. Doch dürfen diese nicht weitervewendet werden oder gar in sozialen Medien verbreitet werden.

Personenbezogene Daten nicht einfach weitergeben

Ein Klassiker über den man mit Kindern auf jeden Fall reden sollte, ist die Weitergabe von personenbezogenen Daten.

„Hast du mal die Telefonnummer von Anni für mich?“

Personenbezogene Daten sollten ohne die Zustimmung der betreffenden Person nicht weitergegeben werden. Hierzu gehört neben Name und Anschrift auch die Telefonnummer.

 Facebook, Instagram und Co.

So wie viele von uns ein Profil bei Facebook o.ä. haben, wollen dies ggf. auch irgendwann unsere Kinder. Hier gilt im Grunde das Gleiche, wie ich es oben bereits für WhatsApp angesprochen habe.

  • wenn möglich private Profile anlegen.
  • Möglichkeiten des Schutzes personenbezogener Daten beachten und dies umsetzen.
  • Beiträge nicht öffentlich teilen
  • Freundschaftsliste vor Fremden verbergen.
  • nicht selbst auf dem Profilbild abgebildet sein
  • als Eltern der „Freund“  des Kindes sein
  • keine Bilder mit anderen Menschen veröffentlichen, wenn diese nicht ausdrücklich zugestimmt haben
  • genau überlegen, was ich mit meinen virtuellen Freunden teilen möchte.

Einen sehr guten Artikel zum Thema Instagram findet ihr übrigens auch bei Anna von BerlinMitteMom

Habt ihr noch weitere Tipps bzw. wie handhabt ihr das zu Hause? Ich freue mich auf eure Kommentare.

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Ihr seid doof – ich zieh aus!

 

Eure Sylvi
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3 thoughts on “Datenschutz und Persönlichkeitsrechte: Darüber solltest du mit deinem Kind sprechen

  1. Ein wichtiges Thema! Wir sind gerade an dem Punkt. Meine Jungs nutzen ihr erstes Handy. Ist alles nicht so einfach, da alles korrekt zu machen. Zum Glück kamen noch keine Nachrichten von Fremden und bei Apps sind wir auch immer vorsichtig. Sie müssen auch alles von uns absegnen lassen. Danke für die tolle Aufklärung!

    Liebe Grüße

    Christine

  2. Gute Tipps!
    Das Thema ist sehr wichtig! Viele scheuen es und erteilen einfach nur Verbote. Ich finde es aber auch richtig, Regeln festzulegen und die Kinder über das alles aufzuklären. Das ist mit Aufwand verbunden, aber das Thema gehört heute zur Erziehung dazu.
    Facebook würde ich tatsächlich erst ab 14 erlauben. Ich glaube USK ist 12. Dort werden sie so bombardiert auch mit Werbung und (ich nenne es jetzt mal) Fakenews. Da gehört schon ein gutes Verständnis für das alles dazu.

    LG, Tina
    https://gadgetina.de/2018/01/24/was-ist-medienkompetenz-eigentlich/

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