3. Juli 2018 Sylvi 1Comment

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Ihr Lieben,

Bücher sind meine Leidenschaft und Kinderbücher im Besonderen und deshalb halte ich immer wieder Ausschau nach Bücher, die ich euch hier vorstellen kann. Sandra Schindler habe ich vor einigen Monaten kennengelernt. Sie ist eine sehr inspirierende Frau und hat schon zwei tolle Kinderbücher geschrieben. Beide sind bei GrünSinn erschienen und mir gefällt besonders, dass sie jeweils im letzten Teil der Bücher noch einmal ein persönliches Wort an die Mutter bzw. die Eltern richtet.

Der kleine Milchvampir war Sandras erstes Buch. Hier geht es um das Thema Abstillen. Ich kenne bisher kein anderes Buch, was sich an Kinder richtet und dieses Thema behandelt und deshalb finde ich es ganz großartig, dass Sandra ein passendes Buch dazu geschrieben hat.

Bücher zum Thema Eingewöhnung Kita und Abstillen
Diese beiden Bücher von Sandra Schindler sind bei GrünSinn erschienen.

Flim Pinguin kommt in den Kindergarten ist ihr zweites Buch und ich weiß noch, wie ich zu Sandra mal sagte, dass es doch so viele Bücher zum Thema Kitastart gibt und warum nun denn noch eines? Nun, ich muss das zurücknehmen, denn in Flim Pinguin thematisiert Sandra das Thema Eingewöhnung in den Kindergarten und ich kann es wirklich allen Eltern empfehlen, die dies in nächster Zeit auch vor sich haben.

Damit ihr Sandra noch ein bisschen besser kennenlernen könnt, habe ich sie um ein Interview gebeten und freue mich, dass sie sich die Zeit dafür genommen hat…

Abstillen, Eingewöhnung und Co. – Interview mit Sandra Schindler

Liebe Sandra, wir haben uns 2017 auf der FamilyCon in Mannheim endlich persönlich kennenlernen dürfen. Du bist selbst Mutter und hast auch bereits zwei Kinderbücher geschrieben. Während es in „Der kleine Milchvampir“ um das Thema Abstillen geht, hast du mit „Flim Pinguin“ ein tolles Buch geschrieben rund um das Thema Kita-Eingewöhnung. Ich habe so das Gefühl, dass deine eigenen Erfahrungen auch Antrieb waren, um diese Themen in einem Kinderbuch aufzugreifen. Liege ich da richtig?

Volltreffer. „Der kleine Milchvampir“ entstand nur, weil ich so verzweifelt war. Nach 3 Jahren Dauerstillen (verteilt auf 2 Kinder) war ich einfach ausgelaugt. Meine Tochter sah das anders, wollte mit jedem Tag wieder mehr Milch. Der Hochsommer – Bikinizeit – ist da halt auch echt verlockend. Jedenfalls hab ich nach einem Kinderbuch gesucht, das mir helfen konnte, meinem Kind dezent andere Möglichkeiten als Muttermilch schmackhaft zu machen, aber es gab keins. So kam ich zum Schreiben.

Das nächste Problem war dann die Eingewöhnung. Schlimme, herzzerreißende Geschichte. Bei beiden Kindern.

Irgendwann kam das dritte Problem, für das ich eine Lösung suchte, aber kein Kinderbuch fand. Dann das vierte. Und so entstand eine ganze Reihe von Geschichten, in denen ich mich von Problem zu Problem hangle, weil ich weiß, dass das, was wir da durchgemacht haben, nicht nur unsere Familie betrifft, sondern auch ganz vielen anderen Eltern an die Nieren geht.

Bis diese Bücher draußen sind, wird es allerdings sicher noch eine Weile dauern. Ohne langen Atem geht in der Verlagsbranche gar nix.

Es gibt einige Bücher rund um das Thema „Kita-Start“. Warum war es dir dennoch so wichtig selbst dieses Thema noch einmal aufzugreifen?

Ich habe 2015 kurz vor der Entstehung von „Flim Pinguin“ nur Bücher gefunden, bei denen der Alltag im Kindergarten beschrieben wird. Aber eins, das das große Problem Trennungsangst thematisiert, das gab es damals noch nicht.

Same here. Bei meiner großen Tochter hat es eigentlich hervorragend funktioniert, weil sie bereits am ersten Kindergartentag ihren langjährigen besten Freund kennengelernt hat. Doch der war leider ein halbes Jahr älter als sie und musste deshalb früher in die Gruppe mit den Großen wechseln. Meine Tochter blieb allein zurück. Sämtliche Versuche, die Erzieherinnen umzustimmen, schlugen fehl, denn sie hatten Angst, meine Tochter würde, wenn sie weiterhin an ihrem Freund klebte, nie lernen, neue Freundschaften zu schließen.

Damals hab ich das tatsächlich geglaubt. Heute sage ich: Das war riesiger Blödsinn, der uns ein halbes Jahr lang jeglichen Nerv geraubt hat, weil meine Tochter – berechtigterweise – jeden Tag rebelliert hat. Leider vergeblich. Ein halbes Jahr später durfte dann auch sie wechseln. Ab dann war wieder alles friedlich.

Meine kleine Tochter hatte nicht das Glück, so schnell Anschluss zu finden. Sie vermisste uns fürchterlich und ihre Trennungsangst war riesig. Sie war der Hauptgrund, weshalb ich ein Trostbuch für Kindergartenkinder gesucht habe. Und da ich wieder keins fand, musste ich halt auch das selber schreiben. 😉

Nun wechsele ich ab Juli die Seiten. Während meine Tochter den Kindergarten verlässt und in die Schule kommt, werde ich als Erzieherin in einem Kindergarten tätig sein. Gibt es etwas, was du dir als Mutter von den Erziehern gewünscht hättest? Etwas womit sie euch in der Zeit der Eingewöhnung und im Hinblick auf die Trennungsängste hätten unterstützen können?

Oh ja. Ich hätte mir gewünscht, dass mich jemand ermutigt hätte, auf meine Intuition zu hören. Damals war ich so wie andere Leute beim Arzt: Ich vertraute blind auf das, was die Experten sagten – anstatt meinen gesunden Menschenverstand einzuschalten. Wenn die Erzieherinnen sagten: „Bitte Kind notfalls brüllend abgeben, gar kein Thema, das beruhigt sich schon“, dann tat ich das, denn ich wusste es nicht besser – die Expertinnen hatten das alles ja schon etliche Male durchgespielt, die mussten es doch wissen!

Irgendwann, viel, viel später, schlich sich dann ein Gedanke in mein Hirn: Nur weil die Kinder irgendwann nicht mehr weinen – oder nach ganz kurzer Zeit damit aufhören, wenn die Eltern weg sind, heißt das noch lange nicht, dass es ihrer Kinderseele damit gut geht. Im Gegenteil: Es erinnerte mich an die Babys, die sich so sehr nach ihren Eltern sehnen, wenn Schlafenszeit ist. Wenn vermeintliche Einschlafexperten aber sagen, dass man das Kind ruhig schreien lassen soll, ja woher sollen die Eltern denn wissen, was für einen Schaden das anrichten kann? Das wissen sie nur, wenn sie nicht verlernt haben, auf ihre Intuition zu hören, wenn sie sich nicht von der Gesellschaft haben verbiegen lassen.

Und was lernt das Kind in dem Moment? Es fühlt sich verlassen, es resigniert und es weiß in seinem jungen Leben nur eins sicher: Dass Rebellion sinnlos ist. Sie frisst nur unnötig Energie, die so ein kleiner Mensch, der sich nach Liebe, Verbundenheit und Zugehörigkeit sehnt, ganz dringend anderweitig aufsparen muss.

Jaja, ich weiß, für diese Passage werde ich vermutlich einen Shitstorm ernten. Mir ist mal aufgefallen, dass ich immer dann über etwas meckere, wenn ich tief im Herzen weiß, dass die andere Person (zumindest teilweise) Recht haben könnte. Da kommt dann meine Angst hoch davor, dass ich eventuell genau das falsch gemacht haben könnte, was die Person bekrittelt. Ohne es zu merken. Für mich ist das dann der Zeitpunkt, meinen Widerstand zu hinterfragen. Ich bin sehr sicher, dass diese Angst bei den meisten Menschen der Grund ist, warum sie sich aufregen. Nur das Hinterfragen, den Schritt gehen leider viele nicht. Weil es viel einfacher ist, die Ängste auf jemand anderen zu projizieren, anstatt sie abzubauen.

Wie dem auch sei, ich sage ja auch nicht, dass es definitiv so ist, dass ALLE Kinder bei der entsprechenden Behandlung IMMER einen bleibenden, sichtbaren Schaden davontragen. Ich sage nur, dass ich den Gedanken hatte, dass es so sein KÖNNTE. Bei vielen Kindern. Und dass dieser Schaden oft vielleicht gar nicht sichtbar ist, sondern erst etliche Jahre später bei einer Psychotherapie zum Vorschein kommt.

Dieser Gedanke hat mich erst mal ziemlich beunruhigt – und dann bestärkt. Denn ab da war ich bereit, für mich und meine Kinder einzustehen, egal, was die Experten sagen. Was ich übrigens all die Jahre schon getan hatte, wenn es um andere Themen ging. Aber bei der Kindergartensache nicht. Warum eigentlich? Vielleicht weil ich über Geburt, Ernährung, Bindung, Tragen und Stillen etliche Fachbücher gewälzt hatte, die das, was ich im Herzen wusste, bestätigt haben. Ein Fachbuch über Kindergarteneingewöhnung ist mir nicht untergekommen. Leider. Hätte vieles erspart.

„Flim Pinguin“ ist ja bereits dein zweites Buch. In „Der kleine Milchvampir“ hast du dich dem Thema Abstillen gewidmet. Wir war das bei dir mit dem Abstillen?

Das Abstillen lief bei mir ziemlich genau so, wie es in „Der kleine Milchvampir“ beschrieben ist. Nur war das Ende sehr lange offen. Den Rest hatte ich schnell geschrieben. Aber das Ende, die große Lösung, konnten mir weder Hebammen noch Stillberaterinnen nennen. Letztendlich war es meine Tochter selbst, die mich bestätigte: Eines Morgens fiel mir plötzlich ein, wie die Geschichte ausgehen könnte. Nur einen Tag später verlangte Mini genau das, was im Buch auch passiert: sie wollte bei Oma und Opa übernachten. Trotz Muttermilch. Und sie hatte sich auch selbst etwas ausgedacht, um sich nachts selbst zu trösten, falls sie aufwachte. Erstaunlicherweise genau das Hilfsmittel, das auch der kleine Milchvampir benutzt. Ich musste da öfter an Sebastian Fitzek und sein erstes Buch, „Die Therapie“ denken, in dem es diese Kinderbuchautorin gibt, die Sachen schreibt, die wenig später wahr werden. In dem Moment fühlte ich mich Anna Spiegel sehr verbunden.

Was mir besonders gut gefällt, ist dass du dich in beiden Büchern noch einmal an die Eltern wendest. Auch das zeichnet deine Bücher aus. Was möchtest du Eltern generell mitgeben?

Es läuft eigentlich immer wieder auf das Gleiche hinaus: Ihr tragt alles Wissen, das ihr braucht, in euch drinnen. Es ist jederzeit abrufbar, wenn ihr euch mit eurem Herzen verbindet. Ich mag Bücher, die einem dieses Wissen bestätigen:

Wenn du tief in dir drin von etwas überzeugt bist, auch wenn alle anderen es anders sehen. Und dann findest du ein Buch, das dir sagt: Ja, deine Überzeugung ist genau die richtige. Und dann findest du noch ein Buch. Und noch eins. Bis du auf einmal merkst: „Hey, krass, ich war mal ganz allein mit meiner Meinung. Jetzt merke ich, dass mich die Leute nicht mehr als schrägen Außenseiter wahrnehmen wie damals zu Beginn der Bewegung, sondern dass sie staunen, weil ich eine der Pionierinnen war, die geholfen haben, dieses Thema massentauglich zu machen. Eine von denen, die zu ihrer Meinung standen, auch wenn das hieß, gegen den Strom zu schwimmen.“

Das heißt natürlich nicht, dass man Menschen mit einer anderen Meinung nicht stehen lassen könnte. Aber das ist dann ein weiterer Schritt im Prozess der Selbstfindung:

Schritt 1: Die eigene Wahrheit finden

Schritt 2: Bestätigung suchen im Außen, Menschen finden mit der gleichen Meinung

Schritt 3: Sich trauen, die eigene Wahrheit kundzutun

Schritt 4: Zur eigenen Meinung und zu sich selbst stehen, auch wenn man sich trotz Gleichgesinnter damit manchmal sehr alleine vorkommt.

Schritt 5: Respektvoll und liebevoll umgehen mit Menschen, die eine andere Meinung haben – und diese Menschen so stehen lassen und sie so nehmen, wie sie sind.

Zurück zur eigenen Meinung in Schritt 2: Alles, was sich gegen dieses intuitive Wissen ausspricht, das in euch ist, egal, ob Bücher, Experten oder die Nachbarin, würde ich einfach ignorieren. Frei nach den Ärzten: „Lasst die Leute reden!“ Ihr wisst es besser. Und zwar immer dann, wenn ihr euch selbst, euren Kindern und eurer Intuition vertraut!

Liebe Sandra, zwei wunderbare Kinderbücher hast bereits geschrieben. Sitzt du aktuell an einem neuen Projekt und magst ein bisschen darüber erzählen?

Ich sitze immer an irgendeinem Projekt. Es gibt, wie bereits angedeutet, noch eine Reihe Bilderbücher, die auf einen netten Verlag warten. Für eins hat mir sogar ein wahnsinnig sympathischer Bestsellerautor versprochen, das Vorwort zu schreiben. Und einen Kinderkrimi habe ich auch noch. Der fällt auch wieder völlig aus der Reihe, aber das macht ja meine Bücher aus. Sie sind anders. Dazu stehe ich.

Langfristig wird es bei mir immer mehr weg von Problemlösungsbüchern hin zu spiritueller Kinderliteratur gehen. Mein großes Ziel: Spirituelle Kinderbücher mainstreamtauglich zu machen.

Momentan ist es leider so, dass selbst die Größen der spirituellen Sachbuchliteratur, die Megabestsellerautoren der Szene, ihre Kinderbücher in winzigen Verlagen veröffentlichen müssen, weil angeblich kein Markt da ist für diese Art von Büchern. Unsinn! Der Markt ist da. Aber es muss halt jemanden in einem Verlag mit Einfluss geben, der sich traut, ihn gemeinsam mit mir zu erobern. 😀

Momentan sitze ich an einem absoluten Herzensprojekt, einem All-age-Roman, der psychische Schmerzen in allen Facetten beleuchtet und den Lesern einen heilsamen Weg raus aus diesen Untiefen ihres Negativdenkens zeigt. Der Tod spielt darin eine wichtige Rolle. Ebenso sämtliche spirituellen Themen, die mir bisher so untergekommen sind: Reinkarnation, Rückführung, Tierkommunikation, Channeling, Energiearbeit, Krafttiere sowie Synchronizitäten und Zeichen aus der geistigen Welt, um nur mal einige zu nennen. Momentan bin ich bei etwa 300 Seiten von 600. Ich habe keine Ahnung, wo mich meine Protagonisten hinführen werden, aber ich bin sicher, dass ich es bald erfahre.

Liebe Sylvi, hab herzlichen Dank für dein Interesse und für deine tollen Fragen. Und überhaupt, vielen Dank, dass du dich immer wieder auch mit Off-Mainstream-Literatur beschäftigst. <3


Und liebe Sandra, ich danke dir! Danke für die offenen und sehr persönlichen Worte und danke für zwei ganz tolle Bücher. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg als Autorin und würde mich über ein spirituelles Kinderbuch sehr freuen.

Ihr Lieben,

kennt ihr die Bücher von Sandra bereits? Und wie war das bei euch mit der Eingewöhnung oder dem Abstillen?

 

One thought on “Über Abstillen, Kita-Eingewöhnung und spirituelle Kinderbücher – Interview mit der Autorin Sandra Schindler

  1. Liebe Sylvi!
    Ein ganz tolles Interview und eine bemerkenswerte Autorin.
    Ich kenne KEIN es, ihrer Bücher, nach diesem Bericht – leider.
    Als Erzieherin interessiert mich das Buch „Film Pinguin“ natürlich besonders. Jedes Jahr „muss“ ich Kinder eingewöhnen und oft genug bleit keine Zeit für die Ängste der Eltern.
    Ich versuche ihnen immer mit auf den Weg zu geben : VERTRAUEN zu uns zu haben, denn die „KLEINEN“ haben ganz besondere Antennen, wenn Mütter oder Väter mit „einem schlechten Gewissen und Angst“ ihr Kind abgeben.
    Liebe Grüße vom Tiger

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