2. Mai 2018 Volker 3Comment

Hallo,

 

ich bin Volker, 41 und der einzige Mann im Haus.

Ab und zu gibt es hier auch mal klare und ehrliche Worte aus meiner Sicht, denn das Leben mit drei Damen bringt so seine Herausforderungen mit sich…

 

 

Die Haarbürstenverstecker

 

Jedes Morgen immer das Gleiche.

Meine Mädels sind bekannt dafür die Zeitspanne vom Klingeln des Weckers bis zum Verlassen der Wohnung auf ein Minimum zu reduzieren. Lieber die Schlummertaste vom Wecker noch ein paar Mal drücken bevor das gemütliche Nachtlager unter Stöhnen verlassen wird.

Ab jetzt beginnt der Kampf gegen die Uhr, denn die Zeit bis zum Schließen der Wohnungstür ist fix vergangen und kann nicht künstlich hinausgezögert werden. Der Weg zu Schule, Arbeit oder Kindergarten ist genau ausgemessen und stellt somit für die Mathematiker unter uns eine feste Größe dar.

Für Außenstehende wirken die jetzt absolvierten Arbeitsabläufe vom Gang ins Bad, dem Packen der Tasche für den täglichen Bedarf und das Anfertigen und Einnehmen der ersten Mahlzeit klar strukturiert und äußerst effizient …

Möge man(n) meinen.

Doch täglich grüßt das Murmeltier! Kurz vor Ablauf der Zeit ist jeden Morgen das gleiche Phänomen zu beobachten. Jeder meiner Damen fällt auf, dass die Haarpracht noch einer Korrektur bedarf. Schuld daran ist vermutlich der große Spiegel im Flur, auf den jeder zum Schuhe und Jacke anziehen automatisch trifft.

Damit der morgendliche Plan vollends über Haufen geworfen werden kann und die bis dahin anscheinende gelassene Stimmung kippt, fehlen nur noch die magischen Worte:

„Fertig werden, wir müssen los!“

Das war’s mit der morgendlichen Ruhe. Jetzt folgt wie fest einstudiert immer wieder die gleiche Antwort:

„Ich muss noch meine Haare machen! Hat jemand die Haarbürste gesehen?“

An dieser Stelle lasst uns die Situation kurz einfrieren und einen Rückblick wagen:

Das regelmäßig Haarbürsten in dieser Familie fehlen ist nicht neu. Daher werden immer wieder neue Haarbürsten nachgekauft.

13 Haarbürsten!!!!

Nach der letzten Großreinigung unserer Wohnung (Schwiegereltern hatten sich zu Besuch angekündigt) konnte ich insgesamt 13 Haarbürsten mit eindeutigen Spuren der Benutzung zusammentragen. Niemand meiner Mädels will etwas von den unterschiedlichsten Fundorten gewusst haben, geschweige etwas mit dem Verschwinden zu tun gehabt haben.

So muss ich andere Theorien in Betracht ziehen:

Erste Theorie: Schwarze Löcher oder kleine Wichtel als Haarbürstenverstecker?

Bereits vor Jahren hatte ich den Verdacht, dass es in unserer Wohnung schwarze Löcher oder Risse in eine andere Dimension gibt. Seit Jahren tritt ein ähnliches Phänomen mit unseren Socken auf, bei denen ebenfalls immer die zweiten passenden Socken auf mysteriöse Art und Weise verschwinden.

Die Haarbürstenverstecker Papa packt aus. Leben mit drei Mädels
Copyright: Volker Vahl

 

Nun scheinen sich die schwarzen Löcher auch auf Haarbürsten auszubreiten. Es muss also irgendwo im unendlichen Universum einen Ort mit Überfluss an Haarbürsten geben. Vielleicht gibt es dort fremde Wesen, die am gesamten Körper mit schnell wachsenden Haaren bedeckt sind und somit einen enormen Bedarf und Verschleiß an Haarbürsten haben? Aufgrund ihrer intellektuellen Überlegenheit haben sie die Fähigkeit solche schwarzen Löcher ähnlich wie ein Versandhaus zu nutzen … Sozusagen das AMAZON der Zukunft (nur unentgeltlich, denn materialistische Werte spielen bei ihnen keine Rolle mehr).

Da die Wesen in der fremden Dimension natürlich deutlich weiter entwickelt sind als wir und eine ausgeprägte ökologische Grundeinstellung haben, werden gebrauchte und verschlissene Haarbürsten logischerweise zurück in unsere Wohnung gesendet.

Das erklärt wiederum, warum aufgefundene Haarbürsten durch und durch mit Haarbüscheln durchzogen sind. Da bei uns in der Familie der Verursacher selbst die Haarbüschel aus der Haarbürste entfernen muss, beteuern alle meine Mädels glaubhaft, dass dies nicht ihre Haare sind.

Das verstärkt natürlich meine Theorie von den langhaarigen Wesen.

Es könnten natürlich auch kleine Wichtel sein, die als Haarbürstenverstecker fungieren. Diese erobern des Nachts heimlich unsere Wohnung auf der Suche nach Haarbürsten. Ähnlich, wie die Wesen aus einer anderen Dimension besitzen auch sie über eine überdurchschnittliche Haarpracht.

Doch bis heute konnte ich keine Spuren entdecken, wie sie in die Wohnung gelangen konnten. Unerklärlich ist auch, wieso die Haarbürsten nach dem Gebrauch an den unterschiedlichsten Stellen zurückgelassen werden und nur schwer wieder aufzufinden sind. Zum Teil werden die Haarbürsten so sehr in der Wohnung versteckt, dass diese erst nach Wochen durch Zufall wiedergefunden werden. Der Grund für diese Handlung hat sich mir noch nicht erschlossen.

Eine zweite Theorie? Nein, das wäre viel zu unwahrscheinlich…

Am unwahrscheinlichsten ist jedoch die Theorie, dass meine Mädels selbst für das Verschwinden unserer zahlreichen Haarbürsten verantwortlich sind. Immerhin verfügen wir ja laut aktueller Bestandsaufnahme über 13 Haarbürsten. Es wäre ja unlogisch einen Artikel des täglichen Bedarfs ständig so zu verlegen, dass dieser auf lange Zeit nicht mehr auffindbar ist. Und 13 Haarbürsten gleichzeitig zu verstecken, ist ja schon eine große Kunst… Meine Mädels die Haarbürstenverstecker? Nein, unvorstellbar!!!

Zudem glaube ich auch nicht, dass die Mädels so vergesslich sein könnten, um am nächsten Tag nicht zu wissen, wo sie die Haarbürste abgelegt haben…

Ein weiteres Indiz gegen diese Theorie sind die „fremden“ Haarbüschel in den Bürsten.

Immer wieder wurde mir glaubhaft von allen Mädels beteuert, dass sie nicht für das unerklärliche Verschwinden unserer Haarbürsten verantwortlich sind. Als vorbildlicher Papa und Ehemann glaube ich ihnen natürlich und suche nach realistischeren Erklärungen.

Doch nach langer Zeit bin ich keinen Schritt weitergekommen. Egal welche Wesen uns diesen Streich spielen, sie sind in der Lage, ihre Spuren sehr gut zu verwischen. Selbst bei nächtlichen Kontrollgängen durch unsere Wohnung konnte ich keines dieser Wesen auf frischer Tat ertappen.

„Man sind die gut!“: denke ich mir jedes Mal.

Was tun gegen dieses hinterhältige Verhalten?

Für die Installation von Überwachungskameras fehlt mir das technische Know-How. Ich denke eher darüber nach, zwei bis drei Haarbürsten mit einer stabilen und 3 Meter langen Kette fest an der Wand anzubringen und die restlichen sicher im Tresor zu verschließen. Danach bin ich mal gespannt, wie die Übertäter darauf reagieren und ob der hinterhältige Diebstahl, der Verschleiß und das Verstecken aufhören

Bis dahin muss ich jedoch täglich die nötige Geduld und das Verständnis aufbringen, dass meine Mädels jeden Morgen völlig schuldlos der Gefahr ausgesetzt werden, zu spät zu kommen. Ein Anpassen des Zeitplans, ggf. den Wecker 10 Minuten eher klingeln zu lassen, ist keine Option, was ich natürlich auch verstehe.

Der Schönheitsschlaf ist wichtig!

Kennt ihr auch dieses Phänomen oder habt Haarbürstenverstecker zu Hause? Habt ihr einen praktikablen Lösungsvorschlag? Dann freue ich mich über eure Kommentare.

Euer

Volker

3 thoughts on “Die Haarbürstenverstecker – Wesen aus einer anderen Dimension?

  1. Der Hammer!

    Mein Mann bekringelt sich gerade und ist fasziniert von dieser Redegewandheit. Er schlägt aber vor, die Kette mit was zu verbinden, was groß oder schwer genug ist, damit es nicht ins Universum passt. Panzerkekse zum Beispiel.

  2. Hallo zusammen!
    Wie wäre es denn : wenn JEDE der DREI Mädels ihre Haarbürste täglich wieder ins Bad zurück bringt?
    Wäre dieses Phänomen auch mit Kämmen so?
    Super geschrieben, ich komme aus dem Schmunzeln gar nicht raus, kann mir die morgendliche Situation gut vorstellen.
    Liebe Grüße vom „Tiger“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere