31. März 2018 Sylvi 14Comment

Ihr Lieben,

hinter mir liegt eine unruhige Nacht. Eigentlich nicht nur eine, sondern viele. Der Lieblingsmann liegt seit Sonntag im Krankenhaus – ein Lungenflügel ist kollabiert. Leider kennen wir das schon, denn in den letzten vier Jahren kam dies drei Mal vor. Er wurde am Donnerstag operiert und es geht ihm den Umständen entsprechend.

Für die Mädchen und mich ist das belastend, denn wir machen uns natürlich Sorgen. Und da es das dritte Mal passierte, lebt man auch ständig in der Angst, dass es wieder passiert. Meinem Mann geht es so und mir natürlich auch.

Über die Jahre ist diese Angst bei mir so stark geworden, dass sie sich auf viele andere Lebenssituationen überträgt. Die Angst ist immer präsent – jeden Tag. Es gibt gute Tage, da geht es mir auch sehr gut und dann gibt es wieder Tage, da funktioniert alles nur mit größter Anstrengung oder sogar gar nicht. Die Angst lähmt mich und lässt mich viele normale Dinge nicht allein bewältigen. Manchmal schaffe ich mich zu überwinden, aber manchmal hat sie mich einfach nur im Griff und ich komme da nicht mehr raus.

Wenn die Angst dein Leben bestimmt

Mittlerweile habe ich Angst alleine Bahn zu fahren oder zu fliegen, Angst davor nachts alleine zu sein und Angst vor schweren Krankheiten. Besonders die Angst nachts alleine zu sein, macht mich mürbe. Durch den Beruf meines Mannes ist es nicht unüblich, dass ich öfter mal mit den Kindern alleine bin. Wenn ich weiß, dass mein Mann nicht da sein wird, lähmt mich dies schon Tage vorher und die Angst wächst von Tag zu Tag. Ist er denn auf Dienstreise, so habe ich zum einen Angst, dass ihm was passiert und zum anderen davor, dass mir etwas passiert und ich keinen habe, der sich dann um die Kinder kümmert. Ist er dann nicht da, bin ich innerlich so aufgewühlt und angespannt, dass es mir schwer fällt meinen Alltag zu meistern. Die Nächte liege ich oft wach, denn in den Schlaf komme ich nur sehr schwer.

Solche besonders belastenden Situationen, wie jetzt gerade, machen es da natürlich nicht besser. Ich schlafe schlecht oder gar nicht, die Gedanken kreisen ständig in meinem Kopf und ich finde keine Ruhe. Dieses Mal ging es sogar soweit, dass ich körperliche Symptome hatte. Neben Zittern und Stechen an verschiedenen Körperstellen, waren es Beklemmungen und Schweißausbrüche.

Vom Gefühl ist es so, als wäre man ständig total aufgeregt. Wie vor einer Prüfungssituation: Ich bin nervös, mir ist kalt, ich zittere. Wer das kennt, der weiß, wie belastend Angststörungen sein können. Wie sehr sie den Menschen im Griff haben können und wie schwierig es ist dagegen anzukommen.

Momentan ist es wieder besonders schlimm. Ich habe mir  schon vor der erneuten Erkrankung meines Mannes Hilfe gesucht und mit einem Verhaltenstherapeuten einen Termin gemacht. Doch auch nach einigen Wochen warte ich immer noch auf den Therapiebeginn.

Es ist schwierig, aber es ist so belastend, dass ich was tun muss und hoffe, dass man mir helfen kann.

14 thoughts on “Wenn die Angst dich im Griff hat.

  1. Liebe Sylvi,
    das tut mir sehr leid. Ich hatte sowas zwar noch nie, kann es mir aber sehr belastend vorstellen. Ich hoffe für dich, dass du es in den Griff bekommst und deinem Mann wünsche ich, dass er ganz schnell wieder auf den Beinen ist.
    Trotz aller Umstände wünsche ich dir Frohe Ostern und alles Liebe für euch.
    LG Nicole

  2. Liebe Sylvi, ich denk ganz fest an Euch. Das ist kacke und ich hoffe sehr, dass Volker schnell gesund wird und das nicht nochmals passiert. Und gut, dass Du Dir auch Hilfe holst. Das tut Dir sicher gut. Ganz liebe Grüße von uns allen, Nadine

  3. Liebe Silvy,
    Therapeutische Hilfe wirkt, mitunter sogar sehr schnell, wie ich selbst schon erlebt habe. Dadurch, dass ich den festen Therapietermin hatte, konnte ich das Gefühl von Angst wahrnehmen und mit dem Gedanken: „Das bespreche ich nächste Woche mit dem Therapeuten.“ besser „zur Seite legen“ und mich dem Alltag stellen. Ich drück dich und gute Besserung für Deinen Mann!

  4. Liebste Sylvi,
    danke für deine offenen Worte!❤Ich weiß ganz genau wie es dir im Moment geht, da ich eine ähnliche Situation das ganze letzte Jahr durchlebt habe {und es noch nicht ganz überstanden ist}. Die Angst um den Liebsten macht einen ganz fertig! Man kann es erst richtig verstehen, wenn man es selbst durchlebt hat. Ich finde es sehr gut, dass du dir Hilfe suchst! Das wird dir sicherlich helfen. Ich wünsche deinem Mann, dass er schnell wieder zu Kräften kommt und ganz gesund wird.
    Sylvi, ich bin immer für dich da! Fühl dich ganz fest umarmt von mir! Deine Freundin Verena

  5. Liebe Sylvi,
    Du weißt, dass du dich gern immer melden kannst, wenn es dir zu viel wird. Manchmal hilft es schon, wenn man sich einfach auf einen Kaffee trifft und eben mal ein paar Stunden aus der Situation rauskommt. Ansonsten bist du bei den Therapeuten sehr gut aufgehoben. Aber das weißt du ja schon ?
    Lass den Kopf nicht hängen, du bist stärker als du dich gerade fühlst.
    Liebe Grüße
    Anne

  6. Liebe Sylvie,
    ach je…
    ich wünsche Deinem Mann gute Besserung und drücke die Daumen, dass Du bald mit der Therapie starten kannst. Es muss ja gerade ganz furchtbar für Euch alle sein – ich schicke Euch liebe Grüße und hoffe, dass es Euch allen bald besser geht.
    Andrea

  7. Ich wǘnsche gute Besserung für deinen Mann und reiche dir die Hand.
    Mir geht es momentan ganz genauso. Ach was, eigentlich seit 2009, seit mein Mann einen Schlaganfall hatte. Dienstag waren wir bei einer Routineuntersuchung beim Kardiologen und er hat einen lebensbedrohlichen Zufallsbefund erhalten. Wir sind sowas von fertig.
    Ich kann dir so nachfühlen…aber soweit, mir Hilfe zu holen, bin ich noch nicht…aber, über kurz oder lang, werde ich das tun müssen.

    Fühl dich gedrückt.
    Caro

  8. Liebe Sylvie,
    tausend Dank für Deine offenen und ehrlichen Worte. Viel zu wenig wird geschrieben darüber, was heraus- und überfordernde Ereignisse in unserem Leben mit uns machen. Danke Dir dafür. Möge es Deinem Mann bald und schnell besser gehen, und Du die Hilfe finden, die Du brauchst!
    Liebe Grüße
    Charlotte

  9. Liebe Sylvi,

    das kann ich sehr gut nachvollziehen, denn ich kenne diese Ängste auch und das kann man leider nicht wirklich steuern. Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut wird und dir die Therapie hilft.

    Liebe Grüße Christine

  10. Hallo Sylvi,
    ich finde deinen offenen Umgang damit total toll und versuch mir mal eine Scheibe davon abzuschneiden.
    Alles Gute euch vieren.

  11. Liebe Sylvi, ich hoffe, du findest die nötige Hilfe, die du brauchst. Gute Besserung für Volker und für dich und die Mädchen dennoch ein schönes Osterfest. Liebe Grüße Katja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere