Sylvi 6Kommentare

Ihr Lieben,

diesen Beitrag schreibe ich im Rahmen einer Mami-Blogger-Runde. Sowohl Regine von Raise & Shine, Birte von Show me your closet als auch ich haben uns heute diesem Thema angenommen. Ich kenne die Beiträge von Birte und Regine auch noch nicht und bin selbst ganz gespannt, wie andere Familien mit dem Thema umgehen, doch bevor ich jetzt mal rüberhüpfe, um ihre Artikel zu lesen, will ich euch erst einmal erzählen, wie wir mit dem Thema Süßigkeiten umgehen.

Meine Töchter sind diesbezüglich übrigens total unterschiedlich. Und so war das lange überhaupt gar kein Thema mit dem ich mich wirklich befassen musste. Die Große liebt Salat, Obst und alles was gesund ist. Schokolade? Ja, ab und an, aber nie im Übermaß. Bei ihr schmeiße ich kurz vor Ostern die Schokolade vom Weihnachtsfest weg, weil sie sie einfach nicht anrührt. Mittlerweile hat sie einen Abnehmer gefunden: ihre kleine Schwester.

Denn:  Unsere Kleine liebt Schokolade und alles was süß ist und ist nicht nur diesbezüglich das absolute Gegenteil ihrer Schwester. Ich glaube sie war zwei als sie sich an Heiligabend übergab. Ich hatte es nicht so mitbekommen, aber mein Mann meinte, sie hatte sich von jedem Geschenk zuerst die Schokolade geschnappt und es wäre kein Wunder, dass ihr schlecht geworden wäre. Ja, das ist die Kleine, wie wir sie kennen, nach dem ersten Stückchen Schokolade, was sie noch vor ihrem ersten Geburtstag im Zimmer ihrer großen Schwester gefunden hatte, war es um sie geschehen. Die Schokoladenliebe führte in diesem Alter sogar zu richtigen Zitteranfällen, wenn sie Schokolade sah. Die Gier und das Verlangen waren vermutlich so groß, dass sie erst aufhörte zu zittern, wenn sie die Schokolade endlich im Mund hatte.

Wenn ich meine Große früher aus der Kita abholte, meinte sie oft zu mir: „Mama, können wir noch was zu naschen kaufen?“ Wenn ich dann fragte, was sie denn gerne hätte, kam meist die Antwort: „Käse aus dem Bioladen!“ Und so gingen wir oft auf dem Heimweg am Bioladen vorbei, kauften Käse und verputzten diesen auf dem Heimweg. Ob Ziegenkäse, Schafskäse, mit Bockshornklee o.ä. sie mochte alles.

Hole ich jetzt hingegen die Kleine aus der Kita ab, sieht die Lage ganz anders aus. Auch sie fragt: „Mama, können wir noch was zu naschen kaufen?“ Doch gemeint ist nicht Käse oder Obst…  Nein, sie wünscht sich die Klassiker: Kuchen, Eis oder Schokolade. Gesundes Essen verschmäht sie fast vollständig.

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Ja, ich dachte früher auch, dass das nur eine Sache der Erziehung wäre und dessen, was man den Kindern anbietet. „Man muss es halt vorleben, dann kommt der Rest schon ganz von selbst.“, das wären bis vor fünf Jahren meine Worte gewesen. Heute sehe ich die Sache etwas anders. Natürlich ist es wichtig im Alltag eine gesunde Ernährungsweise vorzuleben, aber das bedeutet leider nicht zwangsläufig, dass das Kind das auch nachahmt.  Meines jedenfalls macht das nicht und lässt sich auch nicht von liebevoll geschnitzten Gemüsesticks oder Obstmandalas begeistern.

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Erbsen kann ich ihr nicht als grüne Drops untermogeln und Kartoffelpüree nicht als Wolkenschaum. Ja, ich habe schon so einiges ausprobiert, meine Erfolge halten sich aber in Grenzen.

Aktuell isst sie Paprika, Gurke, Bananen und Äpfel – wenn ihr der Sinn danach steht (das ist eher selten…) Ansonsten ernährt sie sich von Brot und Brötchen mit Frischkäse, Zwieback, Joghurt (natürlich nur gesüßt..) und ähnlichen Dingen. Ich hatte gehofft, dass sie wenigstens im Kindergarten die gesunden Bestandteile des Mittagessens nicht verschmähen würde. Doch jedes Mal, wenn ich sie frage, was es denn zum Essen gab und frage, ob ihr die Erbsen, Möhren oder der Blumenkohl geschmeckt haben, antwortet sie ganz entrüstet: „Mama, das esse ich doch nicht! Das schmeckt mir doch nicht, das weißt du doch!“

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Zu Hause koche ich dennoch nicht unterschiedliche Gerichte, aber ich koche möglichst einzelne Komponenten, so dass sie wählen kann, denn zwingen möchte ich sie in keinem Fall.

Zwang macht glaube ich mehr kaputt, als das es die Kinder tatsächlich an gesundes Essen heranführt. Ich versuche ihr lieber immer wieder gesunde Lebensmittel anzubieten und fahre damit ganz gut. Dennoch liebt sie Süßigkeiten und wie müssen aufpassen, dass sie es nicht übertreibt. Ich finde es zwar wichtig, dass die Kinder Selbstregulierung lernen, aber bisher gelingt dies nur bedingt. Und so handhaben wir es mittlerweile so, dass sie sich beim Wochenendeinkauf etwas Süßes aussuchen darf. Ein Packung Smarties o.ä. nur für sie. Das muss dann aber auch für die Woche genügen. Es gibt nichts weiteres, außer vielleicht mal ein selbstgemachtes Eis.  Eis zum Beispiel mache ich grundsätzlich selbst. Und da ich viele Früchte benutze und wenig bis gar keinen Zucker biete ich ihr dann lieber eine Kugel Eis an, als etwa einen gesüßten Joghurt oder Schokolade.  Dann hat sie gleich ihre Portion Obst und hat es gar nicht gemerkt.

Süßigkeiten können wir, momentan jedenfalls, nicht einfach für jeden zugänglich aufbewahren, denn dann würde sie eine Schokoparty veranstalten und das Ganze würde nicht gut enden. Ich bin aber dennoch optimistisch, dass sie, je älter sie wird, vielleicht doch noch das Ein- oder Andere an gesundem Essen probiert und auf den Geschmack kommt. Unser gesunder Umgang mit ungesundem Essen ist also immer noch ein Findungsprozess. Die Lebensmittelvielfalt, die sie für akzeptabel hält, ist eher überschaubar. Gesundes Essen, gerade Obst und Gemüse, wird nur in geringen Mengen akzeptiert und ansonsten verschmäht, obwohl es immer griffbereit ist und der Rest der Familie es gerne und viel isst. Wer meint, dass sie es schon essen würde, wenn sie Hunger hätte… Pustekuchen!!! Dann verweigert sie lieber völlig und tritt in den „Hungerstreik“. Schokolade und alle anderen ungesunden Dinge werden von ihr geliebt und müssen deshalb von uns eingeschränkt werden. Sie ernährt sich daher vornehmlich von Brot o.ä. und damit sehr einseitig und kohlenhydratreich. Obwohl wir zum Frühstück als auch zum Abendessen immer viel Obst und Gemüse anbieten und uns sehr gesund ernähren, ist unsere Kleine immun dafür und mag noch nicht einmal probieren.

Mein Latein diesbezüglich ist wirklich am Ende und ich freue mich sehr über Anregungen, was ich noch probieren könnte. Habt ihr auch so einen Mäkelkind zu Hause? Dann erzählt mir doch, wie ihr damit umgeht.

Jetzt bin ich aber gespannt, wie Birte und Regine über dieses Thema denken. Ihr auch? Dann schaut doch schnell rüber zu den Beiden.

Eure

Sylvi

Mal ehrlich, Mama

 

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Eure Sylvi
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6 thoughts on “Vom gesunden Umgang mit ungesundem Essen – So stehen wir zu Süßigkeiten und Co. (Mal ehrlich, Mama!)

  1. Hallo Sylvi
    Zwei ganz unterschiedliche Mädels hast du da zuhause, was das angeht. Meine Maus ist eher der gesunde Typ, nascht aber hier und da natürlich auch gerne. 3 Mal im Jahr muss es Schokolade sein, ansonsten ist sie mehr der Chips und Erdnussflips Typ. Das jedoch darf sie nur in Maßen essen. Meistens jedoch, isst sie Paprika, Melone oder Bananen.
    Liebe Grüße

  2. Liebe Sylvia,

    was für ein schöner, sympathischer Beitrag. „Gehen wir Käse naschen?“ ist wirklich großes Kino! Davon sind meine Kinder leider meilenweit entfernt. Klar essen sie auch Gesundes, vor allem sehr gerne Obst, aber unter Naschen verstehen sie etwas anderes 😉

    Liebe Grüße

    Regine

  3. Meine Kinder nörgeln auch immer und an allem rum. Es gibt kein Gericht der Welt bei dem alle drei glücklich sind. Ich muss immer zwei Beilagen anbieten. Meine Große mag immer mehr gesundes Essen. Ich hoffe die Jungs ziehen nach.
    Liebe Grüße
    Natalia

  4. Liebe Sylvi,

    vielen Dank für diesen Einblick!
    Wir sind hier ja alle total Süßschnäbel. Eigentlich kann es uns oft gar nicht süß genug sein 😀 Dennoch essen die Kinder glücklicherweise auch Obst und Gemüse, wenn auch nicht alles. Wir versuchen, genau wie Du, möglichst täglich frisch zu kochen und so viel wie möglich selbst zu machen. So können wir genau kontrollieren was im Essen ist und wie viel Zucker etc. verwendet wird. Trotzdem gibt es bei uns täglich auch etwas Süßes. Und obwohl wir diesbezüglich recht locker sind und auch mal 2 Eis erlauben, wäre es bei unseren Kindern genau wie bei Deiner Kleinen: sie würden so lange futtern, bis es oben wieder raus kommt.
    Ein wichtiger Ausgleich für uns ist zB, dass es nur sehr, sehr selten süße Getränke gibt. Und dann auch nur mit Wasser verdünnt. Denn ich kenne viele Kinder, die nur Saft, Tee oder Brause trinken und dadurch eben zusätzlich viel Zucker zu sich nehmen. In dem Fall war es tatsächlich eine Sache der Erziehung, denn es gibt eben nur Wasser 😉

    Liebe Grüße
    Lotti

  5. Hey Sylvi,

    haha, gut geschrieben, ich musste bei den grünen Drops wirklich lachen 😀
    Gut zu wissen, dass das bei deiner Kleinen nicht funktioniert, ist ja irgendwie schon fast ein Standardtrick mancher Eltern 😉

    Mal schauen, wie das wird, wenn wir irgendwann Kinder haben. Ich hab mir vorgenommen, vorher noch etwas an meiner eigenen Ernährung zu schrauben… *dumdidum*

    Schöne Grüße,
    Caro

  6. Liebe Sylvie,

    Hihi ich musste grinsen bei dem Satz „Gehen wir Käse naschen?“. Schon ulkig,wie unterschiedlich Kinder sein können. Mein Kleiner ist auch ein Süss-Liebhaber und er kann es selbst auch noch nicht alleine regulieren. Er isst auch Obst und Gemüse und mag es zum Glück auch. Allerdings seine feste Auswahl und bloss nichts was grün ist 😉 er isst Obst u Gemüse mehr,wenn er es selbst schneiden darf mit mir und es schön bunt ist. Paprika also zum Beispiel. Ich erzähle ihm immer die Geschichte vom bösen Kariesmann wenn seine Lust auf Süsses mal wieder Überhand nimmt. Vllt hilft das Dir auch? 🙂

    Alles Liebe,
    Birte

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