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Ihr Lieben,

in den letzten Monaten beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Medienpädagogik im Bereich der Frühpädagogik. Die Meinungen zu diesem Thema sind sehr unterschiedlich. Es gibt Befürworter aber gleichzeitig auch viele Fachkräfte sowie Eltern, die diesem Thema kritisch gegenüberstehen. Gerade dies hat mich neugierig gemacht und ich beschloss mich näher mit Medienpädagogik an sich und medienpädagiogschen Projekten für Kinder im Elementarbereich zu beschäftigen.

Dazu muss man wissen, dass ich mich im Grunde schon viele Jahre mit medienpädagogischen Themen beschäftige. Bereits im Rahmen meines Studiums für das Lehramt an Gymnasien im Fach Sozialkunde habe ich mich sehr ausführlich mit der Frage Medienpädagogik in der Schule befasst. Darüber hinaus bin ich Mutter und sehe es als meine Aufgabe an meinen Kindern Medienkompetenz zu vermitteln und das von Beginn an.

Doch wo ist „der Beginn“? Ist Medienpädagogik wirklich erst ein Thema für Schulkinder? Meine Antwort ist darauf ganz klar: NEIN!

Auch im Elementarbereich sollten bereits Angebote mit medienpädagogischer Ausrichtung angeboten werden, denn Kinder kommen bereits sehr früh mit Medien in Kontakt. Sie erleben ihre erwachsenen Bezugspersonen als Mediennutzer, sie treffen schon frühzeitig auf die unterschiedlichsten Medien und gerade in Bezug auf digitale Medien ist es unglaublich bedeutend, dass wir unsere Kinder anleiten und zu kompetenten Mediennutzern machen.

Digitale Medien in der Kita von Marion Lepold und Monika Ullmann

Einen sehr schönen Einstieg in die Thematik bietet dabei das Buch Digitale Medien in der Kita von Marion Lepold und Monika Ullmann. Dieses Fachbuch ist im Herder-Verlag erschienen und richtet sich vornehmlich an Fachkräfte, die sich mit Medienpädagogik näher auseinandersetzen wollen.

Nach theoretischen Grundlagen geht es hier auch darum welche digitalen Medien es für den Kitabereich gibt, es geht um Medien-Biografiearbeit, um den Einsatz von digitalen Medien in der Elternarbeit und natürlich auch um die Frage, wie sich digitale Medien pädagogisch sinnvoll im frühpädagogischen Bereich nutzen lassen. Nicht fehlen darf natürlich auch die Frage des Datenschutzes und es gibt, im übrigen sehr gut aufbereitet, ein Einführungskonzept, welches pädagogische Fach- und Leitungskräfte nutzen können, um in ihrer Einrichtung Medienleitlinien zu entwickeln. Für mich war dieses Buch sehr hilfreich, um zunächst einen Überblick und Einstieg in das Thema zu bekommen. Gerade die Thematik der Medien-Biografie sowie das Einführungskonzept haben mich sehr viel weiter gebracht. Dieses Buch hat mir noch einmal verdeutlicht, wie vielfältig medienpädagogische Arbeit sein kann. Das Buch baut Vorurteile gegenüber diesem Thema ab und zeigt viele Beispiele auf, wie Medienpädagogik im Elementarbereich aussehen kann.

Medien zum Mitmachen und Susanne Roboom

Auch dieser Band ist bei Herder erschienen und möchte Impulse für die Medienbildung in der Kita geben. Hier stehen praktische Beispiele im Vordergrund. Es gibt eine Fülle von Ideen, wie sich Medienpädagogik in den Kindergartenalltag integireren lässt und zudem sind jeweils bereits Lernziele benannt. Zusätzlich gibt es viele Tipps für empfehlenswerte Apps und Internetseiten. Dieses Buch ist also vornehmlich für diejenigen geeignet, die sich bereits dafür entschieden haben im Elementarbereich auch medienpädagogische Angebote zu integrieren.

Medienpädagogik in Kindergarten und Grundschule von Antje Bostelmann

Antje Bostelmann ist ausgebildete Erzieherin und bildende Künstlerin und gründete 1990 Klax. Aus der anfangs privaten Malschule wurde ein überregionaler Bildungsträger mit Krippen, Kindergärten und Schulen in Deutschland und Schweden. Bostelmann war maßgeblich an der Etablierung der Portfolio-Arbeit und dem selbstorganisierten Lernen in Deutschland beteiligt und hat bisher über 50 pädagogische Fachbücher veröffentlicht.

In Medienpädagogik in Kindergarten und Grundschule gibt sie zunächst einen theoretischen Input und stellt dann 23 Ideen für die medienpädagogische Bildungsarbeit mit Kindern von 4 bis 8 Jahren vor. Dabei geht es ihr immer auch um die Entwicklung von Urteils- und Organisationskompetenz und um das Erlernen von Reflexion. „Wie kommen Informationen von A nach B?“ oder „Wann wird aus einem Ereignis eine Nachricht?“ zu solchen und ähnlichen Fragen gibt sie viele Inspirationen für Fachkräfte. Aus ihrem Buch, welches bei Bananenblau erschien, konnte ich mir viele Anregungen für meine pädagogische Arbeit mitnehmen.

Digital Genial. Erste Schritte mit Neuen Medien im Kindergarten von Antje Bostelmann und Michael Fink

Ebenfalls bei Bananenblau erschien das Buch Digital Genial. Erste Schritte mit neuen Medien im Kindergarten von Antje Bostelmann und Michael Fink. Nach einigen Ausführungen dazu, wie neue Medien den Kompetenzerwerb der Kinder unterstützen können, folgen nützliche Tipps für die Umsetzung sowie sehr viele Projektideen.

Dabei stehen Fantasie, Kreativität und Kommunikation im Vordergrund. Außerdem gibt es Projektideen, die es zum Ziel haben Kindern näher zu bringen, dass Realität nicht immer das ist, was sie im Fernsehen oder auf Fotos sehe. Ganz viele Bildungsprozesse lassen sich durch medienpädagogische Angebote ergänzen und fördern dadurch die Entwicklung von Medienkompetenz bereits in jungen Jahren. Viele der Projekte, so schreiben es Bostelmann und Fink, würden sich natürlich auch ohne digitale Technik umsetzen lassen, doch da neue Medien längst den Alltag von Kindern erreicht haben, sehen sie es als Aufgabe von Pädagogen an Kindern zu zeigen, wie man mit all diesen Geräten kreativ, spielerisch aber eben auch sinnvoll umgehen kann.

Ein schönes Schlusswort, wie ich finde. Kinder, auch im Elementarbereich sind vielfach schon Mediennutzer, doch die Entwicklung von Medienkompetenz braucht gezielte Anleitung und entwickelt sich nicht allein durch pures Nutzungsverhalten. Ja, Medienpädagogik ist und sollte bereits im Elementarbereich eine Rolle spielen, um Medienkompetenz bereits bei den Jüngsten zu entwickeln.

Eure

Sylvi

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