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Werbung (unbeauftragt) /Rezensionsexemplar

Ihr Lieben,

gestern startete die Leipziger Buchmesse und ich habe wieder wundervolle Eindrücke sammeln können und ganz fantastische Menschen kennenlernen dürfen. Unter anderem habe ich endlich, endlich,endlich Gabriela von Mami bloggt kennenlernen dürfen, die ja kürzlich ihr erstes Buch veröffentlichte. Natürlich habe ich die Gelegenheit gleich für ein Interview genutzt…

Wie Buddha im Gegenwind. Eine Kündigung, 22 Länder und ein besonderer Reisebegleiter

Gabriela ist eine Powerfrau und das macht dieses Buch noch einmal total deutlich. Sie war immer schon reisebegeistert, aber nach ihrer Kündigung geht sie einen besonderen Weg. Sie lässt sich nicht einschüchtern, fällt nicht in eine großes tiefes Loch, nach dem einige Bewerbungen erfolglos blieben, sondern fässt stattdessen die Entscheidung in ihre alte Studienstadt Lissabon zu reisen, um einen klaren Kopf zu bekommen und sich klarer darüber zu werden, was sie eigentlich wirklich will. Sie entscheidet sich für einen Weg, den andere unsicher nennen würden. Ein Weg, der Mut braucht, aber auch ganz viele Chancen birgt und vor allem Freiheit.

Diese Freiheit nutzt sie zum Reisen und nimmt uns in ihrem Buch Wie Buddha im Gegenwind (Leseprobe) mit in die Welt. Doch sie sitzt nicht in irgendwelchen Hotels und macht geführte Sightseeingtouren. Sie entdeckt die Länder von innen heraus und lässt sich dabei auf die Menschen und die Kultur ein. Ihren Sohn hat sie immer dabei und entdeckt mit ihm gemeinsam die Welt…

Wie Buddha im Gegenwind ist ein absolut großartiges Buch, was mitreißt, Einblicke gibt und von wunderbaren Begegnungen erzählt….

Interview mit Gabriela Urban

Liebe Gabriela, ich erinnere mich noch an deinen Post über die Kündigung. Wie ging es dir damals?

Natürlich sehr schlecht. Ich hatte ja nicht unbedingt mit einer Kündigung gerechnet, sondern scharte bereits mit den Hufen, nach meiner Elternzeit beruflich wieder richtig loslegen zu können. Die Kündigung war definitiv ein extremer Schlag ins Gesicht und sie nagte total an meinem Selbstvertrauen. Es hat wirklich ein paar Monate gedauert, bis ich allen erzählen konnte, dass ich gekündigt worden bin. Ist wohl so ein typisches Frauen-Ding, die Schuld ausschließlich bei sich zu suchen und sich mit Selbstzweifeln zu plagen.

Du bist dann erstmal auf Reisen gegangen. Inwieweit hat Dir die örtliche Veränderung geholfen, dich neu zu finden?

Sie hat mir vor allem geholfen, wieder einen klaren Kopf zu bekommen und alles nicht so dramatisch zu sehen. Weit weg, schien mein großer Scherbenhaufen zu Hause halt nicht mehr so unüberwindbar zu sein. Außerdem hat das Reisen in mir einen gewissen Mut geweckt. Einfach mal zu machen und durch neue Türen hindurchzugehen, ohne mir ständig Gedanken über Risiken zu machen.

Dein Buch beginnt mit einer Erzählung über eine Situation in den Karpaten. Eine Geschichte, die mir beim Lesen schon den Atem stocken ließ. Wie ging es dir in der Situation und inwieweit würdest du sagen, hat dich dieses Ereignis geprägt?

Beschissen! Mit extremen Pudding in den Beinen. Ich habe nämlich wirklich panische Höhenangst, die bei mir bereits bei ein paar lächerlichen Metern beginnt. Aber irgendwie war der Moment perfekt, mich mal gewaltig aus meiner eigenen Komfortzone zu pushen. Ich war ja in der Ukraine alleine unterwegs, also ohne meinen Sohn. Also dachte ich, ich mach das jetzt einfach! Aber es hat mich wirklich sehr, sehr viel Überwindung gekostet. Inwiefern mich das Ereignis geprägt hat? Es hat mir vor allem gezeigt, dass man manchmal im Leben einfach loslaufen sollte, ohne sich großartige Gedanken zu machen. Denke aber nicht, dass meine Höhenangst seitdem besser geworden ist. Kein Stück!

22 Länder bist du mit deinem Sohn bereits bereist und wenn ich so an deine Instagramstories denke, habe ich das Gefühl du versuchst Land und Leute von Grund auf kennenzulernen. Du bist bei den Menschen und mit Ihnen im Gespräch statt in teuren Hotels zu sitzen. Kannst du uns von einer deiner inspirierenden Begegnungen erzählen?

Oh ja, ich liebe es auf Reisen vor allem anderen Menschen zu begegnen, denen man ja normalerweise in seinem Alltag nie begegnen würde. Eine Begegnung fand ich besonders inspirierend. Ich beschreibe sie auch in meinem Buch und sie gehört definitiv zu meinem Lieblingskapitel. In der kolumbianischen Wüste bin ich Edie begegnet, der eine extrem faszinierende Ausstrahlung hatte. Er hat praktisch seine Heimat, also die Wüste, nie in seinem Leben verlassen. Für mich als ewiger Vagabund wäre das natürlich der Horror. Aber er schien so verbunden mit seiner Heimat und auch mit der kargen Wüste zu sein. Das fand ich sehr inspirierend. Außerdem strahlte er so viel Zufriedenheit aus, wie ich es zuvor noch nie bei einem Menschen gespürt hatte. In der Situation hatte ich erst so richtig begriffen, wie sehr Zufriedenheit und der innere Frieden miteinander verwoben sind … Ich weiß, mag jetzt vielleicht etwas esoterisch angehaucht klingen, aber mitten in der kolumbianischen Wüste hat mich die Begegnung mächtig beeindruckt. Übrigens, mein Sohn war von Edie auch total fasziniert.

Wie Buddha im Gegenwind Gabriela Urban Reisen mit Kindern
Copyright: Gabriela Urban

Wir waren letztes Wochenende in Hamburg bei meinen Eltern. Zwei Nächte, vier Personen und ein Kofferraum voll Gepäck. Wenn ich an die Bilder von deinem Gepäck denke, dann würde ich meinen ich kann noch einiges von Dir lernen. Was muss unbedingt mit ins Gepäck, wenn man mit Kindern reist und worauf kann man verzichten?

Was mit muss: Eine gutausgestattete Reiseapotheke, Kleidung für höchstens eine Woche (mehr auf keinen Fall, egal, wie lange man verreist), Gallseife, um mal die Wäsche auch mit der Hand waschen zu können, einige wenige Spielsachen (bloß nicht zu viel) und vor allem alle notwendigen Dokumente. Also neben Reisepass und ggf. Visum auch die internationale Geburtsurkunde, eine unterschriebene Reisevollmacht, falls man mit dem Kind alleine reist, und alle notwendigen Kontakte von der Bank, Versicherung etc. Also zumindest wenn man außerhalb Europas unterwegs ist. Und unbedingt alles auch in einer Cloud speichern.

Was ruhig zu Hause bleiben kann: Mehr Kleidung als für eine Woche, kein drittes Paar Schuhe (nur Flipflops und Turnschuhe), Schminke und Bodylotion.

Eure nächste Reise ist schon geplant. Magst du uns erzählen wohin es geht und was ihr unbedingt sehen wollt?

Ja, klar. Unbedingt sogar! Im Mai geht es nach Albanien und Mazedonien, im September nach Usbekistan und hoffentlich auch nach Moskau und im Winter dann wieder für mehrere Monate weg. Entweder wieder nach Asien, vielleicht diesmal Indien, oder nach Südamerika, dann auf jeden Fall nach Bolivien und Paraguay.

Wie Buddha im Gegenwind Gabriela Urban Reisen mit Kindern
Copyright Gabriela Urban

Dein Sohn ist ein kleiner Weltenbummler und hat schon mehr von der Welt gesehen, als manch Erwachsener. Was glaubst du nimmt er von euren Reisen mit?

Ich bin fest davon überzeugt, dass mein Sohn sehr viel mitnimmt, auch wenn er sich an viele Länder nicht erinnern wird. Er lernt vor allem, sich in fremden Umgebungen schnell einzufinden, neue Kontakte zu knüpfen und vorm Unbekannten keine Scheu zu haben. Außerdem lernt er ja von klein auf, wie unterschiedlich die Welt, Kulturen und Menschen sind. Das kann meiner Meinung nach nie schaden. Vor allem in unserer Zeit, in der immer mehr Menschen politisch weiter nach rechts rücken … Auf unserer letzten Reise durch Asien hat meinen Sohn Buddha immer sehr interessiert und fasziniert. Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber mit seinen gerade mal drei Jahren wollte er sich immer Tempel anschauen. Irgendwann fing er an, die Menschen nachzumachen, hockte sich hin, verneigte sich vor Budhha und hielt ganz andächtig die Hände zum Gebet gefaltet. Ich fand das wunderschön! Gibt es ein schöneres Geschenk, welches wir unseren Kindern mit auf ihren Weg geben können?

Irgendwann wird aber auch dein Sohn in die Schule kommen, hast du dir schon Gedanken gemacht, wie sich beides vereinbaren lässt?

Hör bloß auf! Das wird ganz, ganz schlimm für mich. Denn dann wird in meinem Leben wieder ein neues Kapitel beginnen. Aber ich habe mir schon ein paar tolle Ziele für die Sommerferien ausgedacht, die wir natürlich komplett weg sein werden … Aber noch haben wir zwei Jahre und die werden wir ordentlich ausschöpfen – und so viel wie möglich reisen.

Was würdest du Eltern mit auf den Weg geben wollen, die sich nicht sicher sind, ob sie mit Kleinkind eine Fernreise über mehrere Wochen unternehmen sollten?

Sich einfach trauen! Hört sich vielleicht etwas abgedroschen an, ist aber meiner Meinung nach der beste Rat, den ich geben kann. Denn wenn man sich mal getraut hat, mit den Kindern in die Ferne zu reisen, merkt man, dass Reisen mit Kindern echt kein Hexenwerk sein muss. Außerdem kann ich Eltern nur raten, sich bloß nicht verrückt machen – also auch im Vorfeld nicht – und sich nicht stressen lassen. Klingt banal, ist aber definitiv die goldene Regel für eine entspannte Reise mit Kind.

Ich hoffe ich konnte euch Lust auf das Buch machen und wenn ihr noch weittere Tipps zu Fernreisen mit Kleinkindern möchtet, dann schaut doch mal hier.

Bis Bald

Sylvi

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