29. Oktober 2018 Sylvi 0Comment

Grrrr, knarzzzz, grrrr, knarzzzzz, pfeiffff, pieeeepppp, grrrr, knarzzzz…..

 

Das Geräusch des 56k-Modems hab ich noch heute in meinen Ohren.

INTERNET!

Was revolutionäres!!!

Wie stolz ich, das Pubertier, doch war als ich endlich einen Computer hatte und dann auch noch mit Internetzugang… Boah, voll cool. Ich muss 14 gewesen sein, denn von dem Geld, was ich zur Jugendweihe bekommen habe, kauften wir einen Computer und natürlich wurde auch ein Modem angeschafft…

Während du allerdings versucht hast in dieses Internet zu kommen, konntest du mindestens Kaffee kochen und ggf. auch noch duschen. Aber das war egal: Hauptsache man hatte das jetzt auch: dieses Internet.

Versacken konnte ich in diesem WWW aber nicht, denn am Monatsende folgte eine bitterliche Abrechnung. Mit Textmarker wurde jede Sekunde genau abgerechnet. Hatte ich mein Budget überschritten, musste ich mein Taschengeld opfern. Ähnlich erging es mir auch mit meinem Handy…

Nichts mit Flatrate, WhatsAPP oder mobilen Daten.

Stattdessen: AOL Chat und Snake. Kennt ihr noch dieses Spiel mit der „Schlange“, die immer länger wird? Das spielte ich dauernd… Aus Nostalgiegründen habe ich mir das letztens wieder auf mein Smartphone geladen und frage mich: Was fand ich nur damals daran?

Heute leben Kinder in einer ganz anderen Ausgangssituation und grundlegend würde ich diese ersteinmal nicht verteufeln.

Meine Töchter wachsen ganz anders auf…

Internet, Smartphone, Laptop und Tablet sind selbstverständlich und ohne „geht“ es in dem Alter der Großen auch gar nicht mehr… Da hat das jeder…

„Das MUSS man haben, wirklich Mama!“

WhatsApp, Instagram, tiktok und Co… Wer cool sein will, ist dabei… Facebook? „Was für euch, Mama!!!“

Ich glaube, dass ich schon eine Mutter bin, die mit der Zeit geht. Als Blogger auch irgendwie selbstverständlich… Klar habe ich Instagram, kenne tiktok und nutze täglich WhatsApp.

Ich steuere meine Heizung mit SmartHome-Produkten, freu mich, wenn Alexa mir sagt, wie das Wetter wird und streame meine Musik. Ohne Internet geht für mich nicht… Warum sollte es also für meine Töchter anders sein?

Manchmal erzähle ich der Großen dennoch von früher. Damals vor rund 20 Jahren… Die Zeit ohne Smartphone, mobile Daten und soziale Medien. Für meine Tochter kaum vorstellbar und das einzige, was ich damit erreiche, ist, dass ich mich alt fühle…

Früher war alles besser!  – Nein, nur anders!!!

Medien gehören für mich und auch meine Kinder zum Alltag! Ich verteufle sie nicht, aber ich habe natürlich ein Auge drauf.

Medienerziehung Kinder und Medien

 

Fatal finde ich, wenn Eltern ihre Kinder einfach „machen lassen“. Wenn sie ihre Pflicht zur MEDIENERZIEHUNG nicht wahrnehmen. Denn bei all den Vorteilen, die (digitale und soziale) Medien mit sich bringen, gibt es natürlich auch Gefahren. Dennoch sollte man mit der Zeit gehen und sich vor Innovationen nicht verstecken. Denn, wenn wir als Eltern nicht wissen, was gerade hipp und trendy ist, dann besteht die Gefahr, dass wir nicht nur den technischen Anschluss verlieren sondern auch den Anschluss an unsere Kinder und Gefahren und Probleme nicht mehr (rechtzeitig) erkennen.

Im Bereich Medienerziehung braucht es Kompetenz und Vertrauen zugleich

Kürzlich gab es in der Schule einen Elternabend zum Thema „Cyber-Mobbing“. Für mich gab es eigentlich nichts neues, aber vermutlich darf ich mich nicht als Maßstab nehmen. Es saßen viele Eltern mit erstaunten Gesichtern in diesem Elternabend und ich kann nur hoffen, dass sie spätestens ab diesem Zeitpunkt sich mehr dafür interessieren, was ihre Kinder da im Internet machen.

Gerade im Bereich Medienerziehung braucht es Kompetenz, aber natürlich auch Vertrauen. Es ist wichtig über den richtigen Umgang mit Medien zu sprechen und über Gefahren aufzuklären. Erst anschließend ist es möglich, dass wir unseren Kindern nach und nach Freiheiten einräumen und ihnen Vertrauen schenken. Das Thema Medienerziehung ist aber nicht nur ein einmaliger Akt sondern ein langwieriger Prozess. Nehmen wir uns die Zeit, um zu erklären, aufzuklären und immer wieder zu beraten, haben wir die Chance, dass unsere Kinder mündige Mediennutzer werden.

Ich jedenfalls bin dem Internet sehr dankbar, denn im AOL Chat lernte ich vor 18 Jahren meinen Mann kennen. Meine Eltern interessierten sich damals nicht wirklich dafür, was ich da machte… Gott sei Dank ging alles gut…

Weitere Beiträge zum Thema:

Datenschutz und Persönlichkeitsrechte. Darüber solltest du mit deinem Kind sprechen

Gedanken zum Umgang mit Smartphone und Co. – Kinder und Medien

Warum man unsere Kinder hier nie von vorn sieht

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