24. November 2017 Sylvi 8Comment

Ihr Lieben,

es gibt so Situationen im Leben einer Mutter oder generell als Eltern auf die freut man sich besonders oder empfindet sie als Meilenstein. Mir ging es jeweils mit dem ersten Schritt meiner Kinder so, aber auch mit dem Fahrradfahren oder dem Schwimmen. Das Erwachsenwerden ist nicht immer einfach, unzählige Aufgaben und Prüfungen warten auf diese kleinen Menschlein und wir Eltern wollen sie natürlich vor den Fehlern bewahren, die wir ggf. selbst bereits gemacht haben.

Wer von euch hat früher als Kind mal seine Eltern angelogen? Vielleicht auch mal geklaut oder bei Nachbar Meier Klingelstreiche gemacht.

Und? Wie haben eure Eltern reagiert als es dann doch rauskam?

Vermutlich wütend oder traurig, je nachdem, was es für eine Situation war. Wurdet ihr bestraft oder gab es andere Konsequenzen?

Und habt ihr euch schon einmal gefragt, wie ihr reagieren würdet, wenn euer Kind solch einen Fehler machen würde?

Wie würdet ihr beispielsweise reagieren, wenn euer Kind eure Unterschrift fälscht?

Ich jedenfalls konnte nur lachen, als meine Tochter in der 2. Klasse meine Unterschrift fälschte…

Lou war gerade in die 2. Klasse gekommen und hier bei uns in Sachsen gibt es dann auch bereits in einigen Fächern Noten. Sie war und ist eine gute Schülerin. Gut, nicht ganz so gut in Mathematik, aber hey, man kann ja nicht überall gleich gut sein.

Jedenfalls kam sie nach Hause und wollte mir ihre Mathearbeit zeigen. Doch sie hatte sie leider in der Schule vergessen. „Dann zeigst du mir sie halt morgen!“, sagte ich.

Am nächsten Tag fragte ich sie, als sie zu Hause war, ob sie ihre Mathearbeit heute dabeihätte. „Äh, ja ich glaub schon. Ich bring sie dir gleich.“ Zehn Minuten später fragte ich: „Und? Hast du sie dabei?“

Sie kam mit hochrotem Kopf und Tränen in den Augen in die Küche und meinte:

„Mama, ich muss dir was sagen! Ich habe für dich unterschrieben und jetzt wollte ich es mit dem Killer wegmachen, aber es geht nicht.“

Ich konnte nicht anders und fing an zu lachen, denn das mein Kind bereits in der 2. Klasse meine Unterschrift fälschen würde, damit hatte ich nicht gerechnet und vor allem nicht bei einer Eins.

Ganz verdutzt sah sie mich an und ich nahm sie in den Arm. Sie erzählte mir, dass sie es kurz vor der Mathestunde gemacht hätte, weil sie Angst hatte, dass ihre Mathelehrerin sonst schimpfen würde. Ihrer Mathelehrerin ist es übrigens auch gar nicht aufgefallen, denn sie hatte meine Unterschrift verdammt gut gefälscht.

Natürlich erklärte ich ihr, dass man das nicht machen darf und, dass ihre Lehrerin sicher nicht geschimpft hätte, wenn sie ihr einfach gesagt hätte, dass sie Arbeit in der Schule liegen gelassen hatte. Außerdem verabredeten wir, dass wir am nächsten Morgen gemeinsam in die Schule gehen würden, um die Sache aufzuklären.

Am nächsten Morgen war Lou sehr nervös, aber ich fand es wichtig, dass sie lernt das Ehrlichkeit nicht wehtut. Ich war mir sicher, dass die Lehrerin selbst diese Situation sehr gefasst aufnehmen würde. Und so war es auch. Ihr entglitten zwar kurz die Gesichtszüge, aber dann nahm auch sie meine Tochter in den Arm, die mittlerweile wieder Tränen in den Augen hatte, und bat sie nur so etwas nicht noch einmal zu machen…

Kennt ihr schon diese Beiträge?

Ihr seid doof- Ich zieh aus! Mitten in der Zahnlückenpubertät

Eine gute mutter stillt ihr Baby?

8 thoughts on “Der Tag, an dem mein Kind meine Unterschrift fälschte

  1. Dein Kind ist nicht alleine. Mein kleiner Bruder hat vor über 20 Jahren (auch ca 2. Klasse) die Mamas Unterschrift ‚gefälscht‘, weil er vergessen hatte, sie zuhause vorzuzeigen. Allerdings mit einem Buntstift… 😉

  2. Finde ich super! 😀
    Ich hätte auch gelacht!

    Und ich finde es sehr wichtig, dass die Kinder wissen, dass sie mit allem und sei es auch noch so ein Bockmist zu uns Eltern kommen können.

    Meistens haben Kinder sehr gute Gründe für so verquere Ideen.

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