Sylvi 2Comment

Ihr Lieben,

bereits einige Zeit erhältlich ist das Buch Warum französische Kinder keine Nervensägen sind. Erziehungsgeheimnisse aus Paris von Pamela Druckerman.

Wenn ihr diesen Titel hört, was denkt ihr dann?

Ich denke, dass der Titel bereits impliziert, dass Kinder aus anderen Nationen zwangsläufig Nervensägen sind. Ist das so?

Pamela Durckerman ist Amerikanerin, die seit einigen Jahren in Paris lebt. Sie studierte Internationale Beziehungen an der Columbia Universitiy und arbeitet als freiberufliche Journalistin. Ihr Werdegang macht sie also keineswegs zur Erziehungsexpertin, aber sie ist Mutter von drei Kindern. Ob das reicht, um eine solch gewichtige These in den Raum zu stellen und zudem bereits auch ein weiteres Buch mit dem Titel: Was französische Eltern besser machen. 100 verblüffende Erziehungstipps aus Paris veröffentlicht zu haben?

Meine Antwort lautet ganz klar NEIN!

Pamela Druckerman schreibt zwar sehr humorvoll aus ihrem eigenen persönlichen Alltag mit Kindern, aber fundierte Tipps braucht der Leser nicht zu erwarten.

Sie fragt sich, warum in den Wohnzimmern der Franzosen keine Tipis und Kinderküchen den Ton angeben. Warum sich viele Kinder einseitig ernähren, während die kleinen Franzosen nahezu alles essen und auch nicht mit Essen werfen. Warum französische Babys bereits mit zwei, drei Monaten nachts durchschlafen und warum französische Eltern nie laut werden.

Und ich frage mich, ob das tatsächlich so ist.

Für mich stand bis zum Schluss die große Frage im Raum, ob Kinder ruhig sein müssen, ob Kinder auf uns Erwachsene Rücksicht nehmen müssen oder ob hier nicht einfach das Thema bereits von der falschen Seite angegangen wird.

In diesem Buch finden sich Sätze, wie:

„Wie schafft sie es ihre Kinder parieren zu lassen.“ (S.305)

oder

„Französische Eltern haben nicht nur die Nächte für sich allein. (…) Französische Eltern gönnen sich Erwachsenenzeit wann immer es geht.“ (S.249)

Ja, denn wir erfahren, dass die Kinder in den Ferien zu den Großeltern aufs Land geschickt werden, damit die Eltern die gewonnene Zeit zum Arbeiten und Reisen nutzen können, aber natürlich auch zum Sex haben.

Und wieder stellt sich mir die Frage, welches Ideal Pamela Druckerman zu Grunde legt. Ihre Erkenntnisse beruhen hauptsächlich auf persönlichen Erfahrungen, es handelt sich hier also nicht um wissenschaftlich fundierte Forschungsergebnisse, sondern lediglich um die persönliche Sichtweise einer amerikanischen Mutter, die seit einigen Jahren in Paris lebt. Was man Pamela Druckerman zugute halten muss, sie geht selbstkritisch mit sich und ihrem Erziehungstil um, doch ich finde ihre Sicht auf das Kind bzw. ihr Ideal von einem „guten“ Kind überaus bedenklich.

Warum französische Kinder keine Nervensägen sind von Pamela Druckerman erhält deshalb von mir lediglich die Schulnote 4. Und die auch nur, weil es an manchen Stellen witzig geschrieben ist.

Eure Sylvi
Folge mir auf Facebook!

2 thoughts on “Warum französische Kinder keine Nervensägen sind

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.