Sylvi 2Kommentare

Ihr Lieben,

das neue Schuljahr läuft schon eine Weile und auch die ersten Klausuren stehen an. Jetzt auf dem Gymnasium wird das für die Große noch einmal eine deutliche Umstellung werden. Im Grunde bin ich da ganz relaxt, denn es ist klar, dass sie vermutlich leistungsmäßig erst einmal absacken wird. Das kenne ich bereits von Kindern aus dem Bekanntenkreis, aber wie sagt man so schön: Man wächst mit seinen Aufgaben und so wird sie ihren Weg schon gehen – hoffe ich.

 

Als sie vor vier Jahren in die Schule kam, hatte ich die Hoffnung, dass Lou so ein Lerntyp wir wie ich. Ich habe immer gerne gelernt und die Schule hat mir Spaß gemacht. Ich war nicht in jedem Fach gut, aber ich wollte gerne gut sein. Ich war einfach sehr motiviert. Auch Lou war zu Beginn sehr motiviert, aber mit der Zeit ließ das extrem nach.

Noten bekommt sie schon eine ganze Weile, denn in Sachsen gibt es bereits ab dem zweiten Schuljahr Noten. Deine Leistung wird zu einer Zahl zusammengefasst. Dazu kann man stehen, wie man möchte, aber, wenn das Kind eine staatliche Schule besucht, kommt man um das Thema: Leistungsbewertung nicht herum. Der Lehrer bewertet die Leistung des Kindes also mit einer Zahl. Diese sorgt bei den Kindern für Freude oder unendliche Traurigkeit.

Leistungsabfall in der 3. Klasse

In den ersten Schuljahren war das dennoch mit den Noten bei uns ein Selbstläufer. Lou hatte gute Noten ohne sich sonderlich anstrengen zu müssen. Doch in der dritten Klasse gab es einen massiven Leistungseinbruch in Mathematik. Plötzlich fiel es ihr nicht mehr einfach so zu, sondern sie musste sich hinsetzen und lernen bzw. üben. Sie selbst war traurig über die Vieren, denn sie nahm das auch immer irgendwie persönlich. Da sind wir wieder bei dem Thema, dass die Bewertung der Leistung von den Kindern eben oft auch als eine Bewertung ihrer Selbst angesehen wird.

Es fielen Sätze, wie

„Ich kann das doch sowieso nicht!“

„Ich werde das nie verstehen!“

„Ich bin einfach zu blöd dafür!“

Sie hatte aufgegeben…

In einem solchen Moment sagte mein Mann: „Wenn du in der nächsten Arbeit eine Zwei schreibst, bekommst du von mir 2 €“

Tatsächlich wirkte es und sie hatten einen Ansporn. Dieser Ansporn hätte auch ein Besuch im Kino oder im Schwimmbad sein können, aber es waren eben nun die zwei Euro. Im Laufe der Zeit schränkten wir dies aber dennoch wieder ein bisschen ein und legten klare Regeln fest. Wir wollten nicht jede gute Note bezahlen und im Grunde wollten wir auch nicht, dass sie sich nur deshalb Mühe gab.

Deshalb legten wir fest, dass sie nur in den Fächern Deutsch, Mathe und Sachkunde für eine Eins bzw. eine Zwei Geld bekommen würde und auch nur für schriftliche Noten.

Mom's favorites and more

Dafür gibt es bei uns wiederum kein Geld für gute Noten auf dem Zeugnis. Meist schenke ich ihr dann ein Buch und wir gehen Essen.

Auch, wenn wir es eigentlich für besser halten, wenn die Kinder ohne solche monetären Anreize lernen, hat es ihr in einer Situation, in der sie vermutlich komplett aufgegeben hätte, geholfen ihren Ehrgeiz wiederzuentdecken.

Aus dem Bekanntenkreis und von einigen Eltern ihrer Mitschüler weiß ich, dass viele es ebenso handhaben und auch ich habe früher von meinen Eltern Geld für gute Zensuren bekommen. Allerdings war bei mir der Maßstab ein ganz anderer, was denn eine gute Zensur überhaupt ist. Es galten nur Einsen und bei drei Einsen in Folge gab es damals 15 Mark.

Eltern müssen mit ihren Kindern ihren jeweils eigenen Weg finden

Im Grunde müssen Eltern mit ihrem Kind da jeweils selbst einen Weg finden und es kommt natürlich auch drauf an, ob das Kind überhaupt Anreize von außen benötigt. Ich persönlich finde die intrinsische Motivation immer besser, daher gibt es bei uns auch ansonsten keine weiteren Belohnungssysteme. Dennoch kann ich sagen, auch wenn wir das früher gar nicht wollten, ist es jetzt ein Weg für uns, der für uns alle ok ist. Lou setzt dies nicht unter Druck, sondern es ist ein Ansporn.

 

persönliche Erfolge zählen mehr als nur Einsen auf dem Zeugnis

Gerade jetzt im Gymnasium haben wir ihr aber auch gesagt, dass es schwer wird diese guten Noten zu halten. Der Anspruch ist eben doch ein ganz anderer. Und heute wird sie vermutlich auch die erste Sechs ihrer Schulkarriere bekommen und das ist einem Fach in dem sie eigentlich sehr gut ist.

Sport.

Werfen steht auf dem Lehrplan und man benötigt 12 Meter für eine Fünf….

In den meisten Fällen kann man nicht alles gleich gut und deshalb muss man einfach auch differenzieren. Eine Vier in Englisch kann ein Erfolg sein, wenn es vorher nur schlechte Noten gab. Eine Fünf in Sport kann ok sein, weil das Kind sich Mühe gegeben hat, es aber einfach nicht besser kann.

Deshalb habe ich ihr heute nochmal gesagt, dass man nicht alles gleich gut können kann. Wichtig ist uns nur, dass sie versucht ihr Bestes zu geben. Das ist gut genug.

Was das Bezahlen für gute Noten betrifft, sind wir zudem auch gerade am Überlegen, wie wir dies jetzt auf dem Gymnasium regeln bzw. es vielleicht sogar wieder ganz sein lassen. Das ist aber eine Entscheidung, die wir mit Lou gemeinsam treffen wollen.

Daher mein Tipp für euch:

Belohnungssysteme für gute Leistungen, ob nun ein Punktesystem, Geld für Noten, Ausflüge o.ä., können in schwierigen Situationen eine Möglichkeit sein, um Anreize zu schaffen, dennoch ist es immer besser, wenn das Kind von sich heraus motiviert ist und sich auch von einer vermeintlich schlechteren Leistung nicht demotivieren lässt.

Ihr wollt noch andere Meinungen zu dem Thema lesen?

Dann schaut mal bei Phinabelle, Zicklein und Böckchen sowie Simplylovelychaos vorbei. Wir vier haben uns heute alle diesem Thema angenommen und berichten jeweils über unsere Vorstellungen bzw. Meinungen zu diesem Thema.

Die große Tochter von Berenice ist gerade in die Schule gekommen. Wie sie zu dem Thema steht, lest ihr auf ihrem Blog Phinabelle

Auch Lotti von Zicklein und Böckchen schreibt heute darüber, was sie von Belohnungssystemen hält.

Und auch Natalia von Simplylovelychaos schreibt als Mutter dreier Kinder, davon eines in der 7. Klasse und eines in der 4. Klasse, über dieses Thema.

 

Wie steht ihr zum Thema: Belohnungen für gute Noten und welchen Weg habt ihr für euch gefunden?

Ich freu mich auf eure Kommentare.

 

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2 thoughts on “Gute Noten bezahlen?

  1. Hallo Sylvia,

    ich weiß noch nicht wie ich es handhaben werde. Das wird dann sicher so wie bei euch Situationsabhängig. Aber ich weiß noch genau wie es bei uns war.

    Ich war immer das Küken. Eben das jüngste Kind. Meine Eltern hatten oft schon keine Zeit mehr sich meine Schulunterlagen anzusehen. Aber bei Noten sahen sie schon genauer hin. Nur all zu oft hörte ich dann bei einer 3 oder einer 2: „Das hätte besser sein können.“ Selbst eine 1- war oft nicht gut genug. Das führte bei mir leider schnell dazu, dass ich mich für ein 4 in Englisch schämte und die Unterschrift meiner Mutter fälschte. Der Lehrerin fiel es auf und meine Mutter verteidigte mich als sie darauf angesprochen wurde. Danach gab es jedoch fast keine Kommentare mehr zu meinen Noten und mein Ansporn mich sank daraufhin drastisch.

    Also suchte ich mir selbst meine Motivation. Ich kämpfte regelrecht mit anderen aus meiner Klasse um die guten Noten. Ich war eine kleine Streberin.

    Im Gymnasium waren dann meine Brüder mein Ansporn. Ich wollte meinen Eltern zeigen, dass ich bessere Noten als die beiden bringen konnte. Und was soll ich sagen: Es klappte. Ich habe ein besseres Abiturzeugnis als die beiden und auch mein Studium deutlich besser abgeschlossen.

    Es gab bei uns niemals eine Belohnung in Form von Geld. Nur Lob. Und das war so rar, dass man es unbedingt haben wollte.

    Ich weiß nicht, ob ich heute da stehen würde, wo ich jetzt bin. Denn ich hatte keine Hilfe in der Schule. Meine Eltern verlangten, dass wir uns selbst kümmern. Vielleicht hätte ich mit Unterstützung einen noch besseren Durchschnitt erzielt. Vielleicht wäre ich aber auch einfach noch fauler als ich es so schon meist war.

    Daher vertrete ich die Meinung, dass es einfach keinen richtigen Weg für die Allgemeinheit gibt. Es gibt einfach nur den richtigen Weg für das jeweilige Kind.

    Und bei deiner Tochter brauchst du dir ja kaum Sorgen machen. Immerhin sprengte sie mit ihrem letzten Zeugnis schon die Obergrenze der Zeugnisaktion 😉

    Viele Grüße
    Anne

    P.S.: Sorry, wenn mein Kommentar nun vielleicht etwas am Thema vorbeigeht 😀

  2. Vielen Dank, liebe Sylvi, für deine Einblicke in dieses immer wieder heikel unter Eltern diskutierte Thema. Bei uns ist es auch so, dass es ab und zu mal „Anreize“ (meist in Form von Spielen, die sich Junior aufs Handy laden darf) gibt. Aber grundsätzlich halten wir uns bei Belohnungen in Sachen Noten eher zurück. Ab und zu aber ist es tatsächlich ein Ansporn für ihn, (mehr) Vokabeln zu lernen usw. Dann freuen wir uns ja alle, wenn ein besseres Ergebnis herauskommt. Wie du so schreibst, ist es ein Thema, das individuell in jeder Familie geregelt werden muss. Ich finde immer wichtig, dass man hinter seinem Weg steht, dass alle in der Familie diesen Weg gehen können und dass man sich nicht kirre machen lässt, wie andere Leute das handhaben.

    Hab es fein und viele Grüße

    Anni

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