Sylvi 5Kommentare

Ihr Lieben,

kürzlich veröffentlichte Gabriele von Rosagold den Blogpost Generation Einhorn. Ich war neugierig, was sie wohl meint mit Generation Einhorn und worauf sie hinaus will.

Generation Einhorn, das ist für Gabriele die Generation Z, also die jungen Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Meine große Tochter, Geburtsjahr 2006, gehört somit ebenfalls zur Generation Z. Laut Gabriele mag diese Generation besonders gerne Glitzer, Regenbogenfarben und ge-genderte Accessoires. Gabriele beschreibt die Generation Einhorn / Generation Z etwa mit „rosa overloaded“ oder „Reduktion des weiblichen Wesens auf ihre Niedlichkeit“ und wirft die Frage in den Raum:

Wann wollen die Eltern beginnen ihre Prinzessinnen auf das da draußen vorzubereiten?

Sie vertritt die Auffassung, dass diese Generation gar nicht wisse, welche Chancen und Möglichkeiten sie hätten und die jungen Menschen gar nicht mehr wüssten, wofür wir (gemeint ist ihre Generation, also die Generation X) kämpfen mussten und woran wir (Generation X) scheiterten und wuchsen.

Während ich Gabrieles Beitrag lese, muss ich desöfteren mit dem Kopf schütteln und es bilden sich Fragezeichen über meinem Kopf.

Mir scheint als vermische Gabriele die Generationen und generell kann ich ihr einfach nicht zustimmen. Ich frage mich, was Gleichberechtigung und Frauenrechte mit Einhörnern zutun haben bzw. warum sich rosafarbene Tutus und eine Erziehung zu Gleichberechtigung zwangsläufig ausschließen sollen?

Die Sache mit den Generationen ist gar nicht so einfach. Im Studium habe ich noch gelernt, das es tiefgreifende Einschnitte sind, die eine Generation prägen. Ist der Einhorn-Trend ein tiefgreifender Einschnitt? Wohl eher nicht…  Doch schaut man sich Generation Y, Z, Golf oder Facebook an, merkt man schnell, dass längst nicht mehr dieser tiefe Einschnitt eine Rolle spielen muss, um eine „Generation“ auszurufen. Eine gewisse Form der Lebensführung oder gar nur ein Lebensgefühl können schon ausreichend sein, damit irgendjemend den Generationenbegriff bemüht. Generation Smartphone oder Generation Vegan könnten so Beispiele dafür sein, aber kann dies auch das Einhorn? Das Smartphone oder die vegane Ernährung könnte man eventuell tatsächlich bemühen, um eine Generation zu beschreiben. Beides prägt Generationen, bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass sich jeweils die gesamte Kohorte darin wiederfindet. Das ist die Krux bei diesem Generationsbegriff, der sich wegbewegt vom tiefgreifenden Einschnitt als prägendes Merkmal. Lebensgefühl und Lebensführung sind sowohl in Generation X und Y und vermutlich auch zukünftig in Generation Z vielfältiger Natur und lassen sich nicht in Alterskohorten zusammenfassen.

Doch schweifen wir nicht ab. Es soll hier nicht um die Klärung des Generationsbegriffs gehen, sondern darum, ob die Generation Z tatsächlich als Generation Einhorn bezeichnet werden kann und ob diese Generation tatsächlich von ihren Eltern unvorbereitet ins Erwachsenenleben entlassen wird.

Wenn Gabriele von der Generation Einhorn spricht, macht es mir den Anschein als meine sie auch Kinder, die nicht mehr der Generation Z angehören, sondern quasi der nachfolgenden Generation. Sie spricht von Glitzerspangen für Babys und rosafarbenen Tutus und meint vermutlich damit Kinder, die nach 2010 geboren worden sind und somit nicht mehr der Generation Z angehören. Die jüngsten Mitglieder der Generation Z sind heute etwa 7 Jahre alt, werden vermutlich dieser Tage eingeschult. Auf ihren Schultüten befindet sich vielleicht ein Einhorn, vielleicht aber auch eine Prinzessin oder Spiderman bzw. Drachen o.ä.

Wir erinnern uns an Gabrieles Frage: „Wann wollen die Eltern beginnen ihre Prinzessinnen auf das da draußen vorzubereiten?“

Wir lernen fürs Leben und wir lernen von Geburt an, aber ich muss Kinder nicht aus Traum- und Phantasiewelten herausreißen, um ihnen die harten Seiten des Lebens möglichst früh genug aufzuzeigen. Kinder dürfen Kinder sein, sollen spielen, Traumwelten erkunden und ihrer Phantasie freien Lauf lassen dürfen und zwar mit Einhorn oder Ritter an der Seite…

Das Einhorn mag momentan ein Hype sein und zwar nicht nur bei den kleinen Mädels sondern auch bei dem ein oder anderen Erwachsenen der Generation Y. Ja, ich gebe zu auch ich mag diese possierlichen Fabelwesen. Dennoch bin ich nicht realitätsfern. Werte, wie Verlässlichkeit und Beständigkeit, sind mir durchaus wichtig und auch Gleichberechtigung und Frauenrechte sind für mich von großer Bedeutung. Als Mutter zweier Mädchen schließt es sich für mich nicht aus, dass meine Mädchen rosafarbene Tutus tragen und mit Stofftier-Einhörnern kuscheln und dennoch später starke, selbstbewusste Frauen werden, die gleichberechtigt leben und stolz sind auf all das was Frauen in der Vergangenheit erreicht und bewirkt haben.

Mom's favorites and more

Das Einhorn als Synonym für eine Generation zu benutzen, die weltfremd vor sich her lebt und dabei in rosafarbenen Tutus Mädchenpartys feiert, fällt mir schwer. Oder anders formuliert: Der Einhorntrend ist für mich nicht ausreichend, um eine Generation zu klassifizieren.

Gabriele spricht davon, dass es 2003, als ihr Sohn auf die Welt kam, nur EINE Sorte Überraschungseier gab und nur eine Sorte Kinderketchup. Ja, das mag sein, aber auch damals gab es bereits Produkte, die sich geschlechterspezifisch ausrichteten. Ich erinnere mich noch gut an Pokémon, Playmobil-Sammelfiguren in blauen bzw. rosafarbenen Tütchen oder gar an meine eigene Kindheit mit lustigen Trolls und Ken und Barbie. Auch ich schritt in meiner Phantasie im rosafarbenen Prinzessinnenkleid über die Blumenwiese und bin dennoch als erwachsene Frau längst dieser Traumwelt entwachsen und in der Lebenswirklichkeit angekommen.

Ich glaube es gibt Trends, gerade im Bereich Spielzeug und Lifestyle, aber liebe Gabriele du musst keine Angst haben, dass diese Trends, ob Pokémon, Filly oder Einhorn, prägend für die Generation sind, die gerade heranwächst.

Die ältesten Mitglieder der Generation Z sind heute 22 Jahre alt. Entweder sind seit kurzem im Berufsleben oder sie studieren. Es sind junge Menschen mit Träumen und Hoffnungen. Wie alle jungen Menschen diesen Alters sind sie auf der Suche nach ihrem richtigen Weg – unabhängig ob Generation X, Y oder Z.  Diese Orientierungsphase sei ihnen zugestanden und es beinhaltet nicht, dass Werte, wie Verlässlichkeit und Beständigkeit, oder eine gleichberechtigte Lebensführung für sie bedeutungslos sind.

In diesem Sinne lasst den Kids die Einhörner!

 

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Eure Sylvi
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5 thoughts on “Generation Einhorn? Über Generationen, Kohorten und warum Einhörner nichts mit Gleichberechtigung und Frauenrechten zu tun haben

  1. Liebe Sylvia, da stimme ich dir voll zu! Ich habe als Kind nur mit Barbie Prinzessinen gespielt und von Hello Kitty geträumt. Dabei bin ich heute eine absolut bodenständige Person. Kinder brauchen ihre Träume. Auch Teenies brauchen ihre Einhörner. Ich möchte meiner Tochter ihre Träume nicht nehmen, denn man ist nur einmal Kind und erwachsen für den Rest des Lebens.
    LG Natalia

  2. Ach Gott, Generation Einhorn! Und was war mit unseren Barbies, Polly Pocket und Frisierpuppen? Die haben unsere Generation weniger geprägt? Die waren okay?
    Hey, immerhin wartet die Generation Z nicht mehr auf den Prinzen auf dem weissen Pferd, sondern reitet ihrem Abenteuer auf dem eigenem Einhorn selbst entgegen 😆
    Aber mal im Ernst: Für mich bedeutet die Frauenrechtsbewegung, dass jede Frau selbst entscheidet, wie sie leben möchte! Und doch gibt es immer eine, die am Lebensstil der anderen was zu meckern hat! Mein Blog würde hier wohl zu einem Herzinfarkt führen!

    Liebe Grüße von einer 33 jährigen Einhornverrückten mit Studienabschluss, Job und Glitzerkrone 😉

    1. Hihi, ja dein Blog würde bitter aufstoßen. Und ich hab die ganze Zeit überlegt, aber kam nicht darauf , dass die Polly Pockets Polly Pocket heißen….
      Du weißt ich liebe Pink und Einhörner sowieso und bin dennoch emanzipiert… 😉

  3. Bravo, Bravo Bravo.
    Passt zu meinem Post vor kurzem der viel Beifall fand, aber auch wieder diese Tanten hinterm Ofen hervor holte die auf alles schimpfen das rosa ist.
    Ich glaube, die kleiden ihre Kinder in braune Säcke, denn dann kann man nicht sagen DAS IST FÜR JUNGS/MÄDCHEN und wenn das Mädchen sich eine Puppe wünscht bekommt es die nicht, denn das ist ja nicht genderneutral, satt dessen bekommt das Kind ein veganes Gemüsestückchen – zuckerfrei und ohne gluten, aus biologischem Anbau, fair produziert ohne Erntehelfer aus anderen Ländern und den Spruch „Mit so etwas spielen wir nicht, denn dann wirst du später mal weniger verdienen als dein Mann und du willst doch nicht jetzt schon für deine Mutterrolle üben?“
    Ja, es ist übertrieben gesagt, aber mir gehen diese ganzen Rosahasserinnen sowas von auf den Keks.

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