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Guten Morgen ihr Lieben,

es ist Kindertag!!! Zumindest hier bei uns und vermutlich auch im Großteil des Ostens unserer Republik wird heute der Internationale Kindertag gefeiert. Wie ich gestern schon in den facts about me schrieb, bin ich zum Teil in der DDR sozialisiert worden. Und so war und ist es auch heute noch Tradition, dass der Kindertag bei uns am 1.Juni gefeiert wird. Auch in Kindergarten und Schule gibt es heute Feierlichkeiten für die Kinder und nicht etwa zum Weltkindertag, der in Deutschland am 20. September gefeiert wird.

Meine Mäuse waren jedenfalls ziemlich aufgeregt und konnten kaum einschlafen. Ich habe noch ein paar Kleinigkeiten zusammengestellt und mein Lieblingsmann hat zusammen mit den Nachbar-Männern das eigentliche Hauptgeschenk im Hinterhof zusammengeschraubt: Es gibt ein Trampolin für unsere kinderreiche Hausgemeinschaft und ab heute darf hier fleißig gehüpft werden.

Neben soviel Freude, denn dieser Tag macht mir als Mami fast mehr Spaß, als der Muttertag, sollten wir heute aber auch an die Kinder denken, denen es nicht so gut geht!!! Jedes siebte Kind ist beispielsweise von Hartz IV abhängig, wie jüngst die Medien berichteten und noch immer hat die soziale Herkunft Auswirkungen auf den Bildungserfolg. Was heißt das für uns als Gesellschaft und was muss sich politisch verändern? Zunächst müssen wir es als Gesellschaft hinbekommen, dass Kinder jedweder Herkunft die gleichen Chancen bekommen. Das geht meines Erachtens nur über Bildung und hier sind wir dann auch schon bei dem eigentlichen Kernproblem! Denn Bildung muss uns mehr wert sein. Wir brauchen besser qualifizierte Lehrer, die schon im Studium oft in den Schulen ihr Theoriewissen in der Praxis testen können, wir brauchen eine andere Fotm von Unterricht: weniger Frontalunterricht und kleinere Lerngruppen. Unterrichtszeiten, die sich nicht in 45min unterteilen sondern flexibel durch den Lehrer, je nach Lerninhalt, gestaltet werden können. Wir brauchen mehr Lehrpersonal, gerne auch zwei Lehrkräfte pro Klasse um die Leistungsheterogenität besser auffangen zu können. Wir brauchen dringend eine Überarbeitung der Lehrpläne: Sozial- und Methodenkompetenz müssen noch mehr in den Fokus gerückt werden und auch der Alltagsbezug darf nicht fehlen. Was ich bei meinem Schulkind immer wieder feststelle, ist, dass selbst in der Grundschule schon dieses „Bulimie-Lernen“ einsetzt, also Wissen anhäufen, um es zur Prüfung parat zu haben und es anschließend möglichst schnell wieder zu vergessen, da der Kopf schon wieder frei sein muss für das nächste Thema. Das Ende vom Lied ist, dass man dann vor Aufgaben zur halbschriftlichen Division sitzt und als Eltern mit dem Kind noch einmal das kleine Einmaleins durchgehen darf. Natürlich ist es für die Kinder schwer zu begreifen, wofür sie dieses oder jenes später gebrauchen könnten, aber auch Mathematikunterricht kann anschaulich gestaltet werden in dem ich versuche Alltagsbezüge herzustellen.

Freuen sich Vorschüler noch auf die Schule, ist es mit der Freude bald vorbei und die Schule wird zur Pflicht. Eigentlich schade, dass der kindliche Drang nach Wissen auf diese Weise so schnell eingedämmt wird.

Neben der Problematik der Schulen möchte ich aber auch noch einmal auf Kinder eingehen, die in Elternhäusern aufwachsen in denen das Familieneinkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt. Hinschauen und nicht Wegschauen sollte hier die Devise sein. Unterstützen und helfen kann jeder, der es nur will. Ob mit Sachspenden, als Lesepate in Grundschulen, als Leihoma bzw. Leihopa oder ehrenamtlicher Trainer im Sportverein. Es gibt genügend Möglichkeiten etwas für die Kinder in unserer Gesellschaft zu tun.

Doch vor allem wünsche ich mir wieder mehr Akzeptanz für Familien. Ich wünsche mir Nachbarn, die sich freuen, wenn Kindern laut spielen. Ich wünsche mir Cafés in denen Kinder willkommen sind, Reiseunternehmen, die nicht pünktlich zu Beginn der Sommerferien die Preise nochmal ordentlich anziehen und Familienkarten, die wirklich für die ganze Familie sind und nicht nur für die klassische 2 +2-Familie.

Es gibt so viele Dinge, die einem im Familienalltag immer wieder auffallen, die dringend verändert werden müssen, um Kinder wieder mehr in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft zu rücken.

Jeder kann was tun!

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In diesem Sinne: Euch und euren Kindern einen schönen Kindertag! Genießt den Tag zusammen – macht den Tag zu eurem Tag!

Liebe Grüße

Sylvi

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